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Nordkorea schickt weitere Müllballons über innerkoreanische Grenze
Nordkorea hat nach südkoreanischen Angaben erneut hunderte mit Müll beladene Ballons über die Grenze ins Nachbarland geschickt. Am späten Mittwochabend habe Pjöngjang rund 420 mit Müllladungen bestückte Ballons in Richtung Süden aufsteigen lassen, erklärte der südkoreanische Generalstab am Donnerstag. Am Donnerstagmorgen wurden weitere Ballons gesichtet.
Etwa 20 Ballons seien am Morgen bereits im Süden gelandet, insbesondere in der nordwestlichen Provinz Gyeonggi und der Hauptstadt Seoul, erklärte der Generalstab. Die an den Ballons befestigten Säcke enthielten demnach "hauptsächlich Papier- und Plastikmüll". Ein Sicherheitsrisiko für die Bevölkerung bestehe nicht.
Seit Mai hat Nordkorea bereits mehr als 3800 Müllballons in Richtung Südkorea fliegen lassen. Damit reagiert Pjöngjang nach eigenen Angaben auf Propagandaballons südkoreanischer Aktivisten.
Die jüngste Ballonsendung ist bereits die dreizehnte binnen fünf Monaten. Sie erfolgt vor dem Hintergrund sich zunehmend verschlechternder Beziehungen zwischen beiden Ländern. Vor kurzem hatte Nordkorea die Stationierung von 250 ballistischen Raketenwerfern an seiner Südgrenze angekündigt.
Am Mittwoch hatten südkoreanische Regierungsvertreter die Lage mit dem Verbündeten USA erörtert. Nordkorea habe "nicht aufgehört, seine Nuklear- und Raketenfähigkeiten weiterzuentwickeln", sagte Südkoreas Vize-Außenminister Kim Hong Kyun vor Journalisten. Pjöngjang habe zudem "in jüngster Zeit weiter provoziert, indem es das GPS-System gestört oder Müllballons gestartet hat". Es sei nicht auszuschließen, dass Pjöngjang rund um die US-Präsidentschaftswahl im November eine "bedeutende Provokation" starten werde.
Südkorea hatte als Reaktion auf die Müll-Sendungen ein Militärabkommen mit Nordkorea aus dem Jahr 2018 ausgesetzt. Dieses zielt darauf ab, die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel abzubauen und eine unbeabsichtigte Eskalation zu vermeiden, insbesondere entlang der stark befestigten Grenze.
Die beiden Koreas befinden sich theoretisch bis heute im Kriegszustand, da der Konflikt der Jahre 1950 bis 53 nur mit einem Waffenstillstand und nicht mit einem Friedensvertrag endete.
L.Adams--AT