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Schwerste russische Angriffe in der Ukraine seit Wochen
Russland hat bei einem der schwersten Luftangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen mindestens vier Menschen getötet und die Energieinfrastruktur stark beschädigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einer am Montag im Onlinedienst Telegram veröffentlichten Videobotschaft von einem "kombinierten" Angriff, bei dem von Russland "mehr als hundert Raketen verschiedenen Typs" und rund hundert Schahed-Drohnen eingesetzt worden seien. Der ukrainische Regierungschef Denis Schmyhal teilte mit, Russland habe 15 Regionen der Ukraine angegriffen.
Selenskyj forderte die westlichen Verbündeten dazu auf, der Ukraine beim Abschuss russischer Drohnen und anderer Flugkörper zu helfen. "In den verschiedenen Regionen der Ukraine könnten wir viel mehr tun, um Leben zu schützen, wenn die Luftwaffe unserer europäischen Nachbarn mit unseren F-16 und unserer Luftabwehr zusammenarbeiten würde", argumentierte der ukrainische Präsident.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte unterdessen auf Telegram, bei massiven Raketen- und Drohnenangriffen auf die ukrainische Infrastruktur "alle anvisierten Ziele getroffen" zu haben. Das Ministerium sprach von einem "Massenangriff mit hochpräzisen Langstreckenwaffen" auf "wichtige Energieinfrastruktur-Einrichtungen", darunter Schaltanlagen in neun Regionen und Kompressionsstationen des Gasnetzes in drei Regionen.
Zudem seien bei den Angriffen auf Flugplätze in den Regionen Kiew und Dnipropetrowsk "Lagerplätze für Luftwaffen getroffen worden, die Kiew von westlichen Ländern geliefert wurden", teilte das Verteidigungsministerium in Moskau weiter mit.
Der staatliche ukrainische Energieversorger Ukrenergo kündigte Stromabschaltungen an, der Zugverkehr war unterbrochen. "Im Energiesektor gibt es viele Schäden", sagte Selenskyj. Die Wiederherstellungsarbeiten seien bereits im Gange.
In der gesamten Ukraine wurde Luftalarm ausgelöst. In der Hauptstadt Kiew berichteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP von mehreren Explosionen - wahrscheinlich von Luftabwehrsystemen. Anwohner eilten in U-Bahn-Stationen, um Schutz zu suchen. Ein AFP-Reporter berichtete von schwarzem Rauch über der Hauptstadt. Behörden teilten mit, in Kiew sei Energieinfrastruktur mit Drohnen und Raketen angegriffen worden. Ein Mensch wurde demnach verletzt. In einigen Teilen der Hauptstadt fiel am Morgen der Strom aus.
Dnipropetrowsks Gouverneur Serhij Lysak teilte mit, die Region sei "im großen Umfang" angegriffen worden. In den Städten Dnipro und Krywyj Rih seien Explosionen zu hören gewesen. Ein 69-jährige Mann sei getötet worden, erklärte Lysak in Onlinediensten.
Saporischschjas Gouverneur Iwan Fedorow erklärte, bei Angriffen in der Region sei ein Zivilist getötet worden. "Der Feind hat ein Privathaus getroffen", erläuterte er.
Der Bürgermeister der nordwestlich gelegenen Stadt Luzk, Ihor Polischtschuk, erklärte, ein Mehrfamilienhaus sei durch "einen feindlichen Angriff" getroffen und ein Mensch getötet worden.
In der zentralukrainischen Region Schytomyr wurde ebenfalls ein Mensch getötet und zahlreiche weitere wurden verletzt, wie die Behörden mitteilten.
In der westukrainischen Region Lwiw seien Energieeinrichtungen angegriffen worden, teilte Gouverneur Maksym Kosyzkyji im Onlinedienst Telegram mit. Als Folge komme es zu "vereinzelten Stromausfällen" in der Stadt Lwiw und der Region.
Der Gouverneur der zentral gelegenen Region Poltawa, Filip Pronin, hatte zuvor mitgeteilt, bei einem Angriff auf eine Industrieanlage seien fünf Menschen verletzt worden.
Die Behörden in der östlichen Region Charkiw erklärten unterdessen, dass am Montagmorgen ein Einwohner durch russischen Raketenbeschuss getötet worden sei. Es war zunächst unklar, ob dieser Vorfall mit dem Raketen- und Drohnenbeschuss zusammenhing.
Die polnische Armee meldete nach der jüngsten russischen Angriffswelle eine Verletzung des polnischen Luftraums. "Wir haben es wahrscheinlich mit dem Eintritt eines Flugobjektes in polnisches Gebiet zu tun", sagte General Maciej Klisz. Das Objekt, vermutlich eine Drohne, sei von "mindestens drei Radarstationen bestätigt" worden, bevor es am frühen Morgen wieder von den Radargeräten verschwunden sei.
Russland hatte seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 gestartet. Moskaus Luftwaffe fliegt fast täglich tödliche Angriffe auf das Nachbarland. Zuletzt hatte Russland dabei wieder vermehrt Energieanlagen ins Visier genommen.
Selenskyj drängt die Verbündeten seit langem, schnell neue Luftabwehrsysteme zu liefern.
T.Wright--AT