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Vermittler rufen Israel und Hamas zur Wiederaufnahme von Verhandlungen über Waffenruhe auf
Die USA, Ägypten und Katar haben Israel und die islamistische Palästinenserorganisation Hamas aufgerufen, die Verhandlungen über eine Waffenruhe und die Freilassung von Geiseln im Gazastreifen in der kommenden Woche wieder aufzunehmen. Die Vermittler forderten die Kriegsparteien in einer gemeinsamen Erklärung vom Donnerstag auf, die Gespräche am 15. August in Doha oder Kairo fortzusetzen. Israel erklärte, der Wiederaufnahme der Verhandlungen an diesem Tag zuzustimmen.
In dem vom Emir von Katar und den Präsidenten der USA und Ägyptens unterzeichneten Schreiben hieß es, ein Rahmenabkommen liege "jetzt auf dem Tisch, es müssen nur noch die Details der Umsetzung geklärt werden". Die Rückkehr an den Verhandlungstisch sei nötig, "um alle verbleibenden Lücken zu schließen und ohne weitere Verzögerung mit der Umsetzung des Abkommens zu beginnen".
Weiter hieß es, die Vermittler seien bereit, einen finalen Überbrückungsvorschlag vorzulegen, der die verbleibenden Fragen bei der Umsetzung in einer Weise löse, die den Erwartungen aller Seiten entspreche.
Seit Monaten führen Katar, Ägypten und die USA hinter den Kulissen Verhandlungen, um eine Waffenruhe im Gazastreifen und die Freilassung der dort noch immer festgehaltenen Geiseln zu erreichen. Die Gespräche konzentrieren sich auf einen von Israel vorgeschlagenen Plan, den US-Präsident Joe Biden im Mai vorgestellt hatte. Es sei an der Zeit, das Abkommen über eine Waffenruhe und die Freilassung der Geiseln abzuschließen, hieß es nun. Es gebe "keine Zeit mehr zu verlieren".
Das Büro von Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu erklärte anschließend, der Wiederaufnahme der Verhandlungen zuzustimmen. Israel werde am 15. August eine Delegation an den vereinbarten Ort schicken, um die Details zur Umsetzung eines Abkommens festzulegen.
Ein US-Regierungsvertreter dämpfte jedoch die Erwartungen hinsichtlich einer zügigen Einigung. "Es ist nicht so, dass das Abkommen am Donnertag unterschriftsreif sein wird", sagte er. Es gebe noch viel zu tun. Israel sei sehr aufgeschlossen für die Gespräche gewesen, fuhr der US-Regierungsvertreter fort und wies Spekulationen zurück, wonach Israels Regierungschef Netanjahu eine Einigung hinauszögern würde.
Bislang konnte nur eine einwöchige Waffenruhe im November erreicht werden, in deren Rahmen israelische Geiseln im Austausch für palästinensische Häftlinge freigelassen wurden.
Zuletzt hatte sich der Konflikt im Nahen Osten erheblich zugespitzt. In der vergangenen Woche war der frühere Hamas-Chef Ismail Hanija in Teheran getötet worden, die Hamas und der Iran machten Israel verantwortlich. Der amtierende iranische Außenminister Ali Bagheri bezeichnete die Tötung Hanijas als "strategischen Fehler" Israels. Als Hanijas Nachfolger bestimmte den bisherigen Hamas-Chef im Gazastreifen, Jahja Sinwar, der als Drahtzieher für den beispiellosen Überfall auf Israel am 7. Oktober gilt.
Israel hat die Tötung von Hanija nicht weiter kommentiert. Wenige Stunden zuvor hatte Israel Fuad Schukr, den ranghöchsten Kommandeur der von Teheran unterstützten Hisbollah-Miliz, im Libanon getötet. Der Iran und die Hisbollah drohten mit Vergeltung.
Der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, John Kirby, hatte sich mit Blick auf eine Waffenruhe und eine Freilassung der von der Hamas festgehaltenen Geiseln am Mittwoch dennoch zuversichtlich gezeigt. Eine Einigung sei "so nahe wie nie zuvor".
Derweil verlegten die USA angesichts der verschärften Spannungen zwischen dem Iran und Israel Tarnkappenbomber des Typs F-22 in den Nahen Osten. Wohin die Maschinen verlegt wurden und um wie viele Flugzeuge es sich handelt, teilte das für die Region zuständige Zentralkommando der US-Streitkräfte (Centcom) nicht mit.
Unterdessen wurden nach Angaben der von der Hamas kontrollierten Zivilschutzbehörde im Gazastreifen bei israelischen Angriffen auf zwei Schulen in der Stadt Gaza mindestens 18 Menschen getötet. Zudem seien 60 Menschen verletzt worden. Das israelische Militär erklärte, die Schulen seien von der Hamas als Kommandozentren genutzt worden. Von dort aus seien Angriffe geplant und ausgeführt worden.
Ausgelöst worden war der Krieg im Gazastreifen durch den beispiellosen Großangriff von Kämpfern der Hamas und anderer militanter Palästinensergruppen auf Israel am 7. Oktober. Dabei wurden israelischen Angaben zufolge 1198 Menschen getötet. Zudem wurden 251 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Als Reaktion geht Israel seitdem massiv militärisch im Gazastreifen vor. Nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, die sich nicht unabhängig überprüfen lassen, wurden dabei mehr als 39.600 Menschen getötet.
Netanjahu drückte in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview des US-Magazins "Time" sein Bedauern darüber aus, dass Israel nicht ausreichend gegen den Großangriff geschützt war. Er bedauere dies "zutiefst", sagte er. Erneut vermied er es jedoch, eine persönliche Verantwortung für die unzureichenden Schutzvorkehrungen zu übernehmen.
N.Walker--AT