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Mindestens 37 Tote bei islamistischem Anschlag auf Strand in Somalia
Bei einem Angriff der islamistischen Shebab-Miliz auf einen beliebten Strand in Somalias Hauptstadt Mogadischu sind dutzende Menschen getötet worden. Zunächst sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, dann stürmten nach Angaben von Augenzeugen schwer bewaffnete Männer den Strand - "um jeden zu töten, den sie konnten".
Der Angriff am Freitagabend galt dem Lido-Strand, der vor allem bei Geschäftsleuten und Regierungsmitarbeitern beliebt ist. In seiner Nähe befinden sich gehobene Hotels und schicke Restaurants. Bis Samstagabend vermeldeten die Behörden 37 Todesopfer. Zudem befanden sich nach Angaben von Gesundheitsminister Ali Haji Adam noch 75 Menschen im Krankenhaus, von denen elf auf der Intensivstation behandelt wurden. Weitere 137 Menschen seien medizinisch versorgt worden, konnten inzwischen aber wieder nach Hause gehen.
Zu dem Angriff bekannte sich die islamistische Shebab-Miliz, die bereits zahlreiche Bombenanschläge in dem ostafrikanischen Land verübt hat. "Die erbarmungslosen Terroristen haben wahllos Zivilisten getötet", sagte der Polizist Mohamed Omar der Nachrichtenagentur AFP. Fünf Bewaffnete, die der islamistischen Shebab-Miliz angehörten, seien durch Sicherheitskräfte getötet worden.
Hawo Mohamed, der unweit des Strands wohnt, sagte, mindestens sieben seiner Bekannten seien bei dem Attentat ums Leben gekommen. Überall seien Blut und Leichen gewesen, fügte er hinzu. "Ich sah Verletzte in der Nähe des Strandes, die Menschen schrien in Panik und es war schwer zu erkennen, wer tot war und wer nicht", sagte Ahmed Yare.
Laut einem weiteren Zeugen befanden sich zum Zeitpunkt der Explosion zahlreiche Menschen am Strand. Einige versuchten demnach, am Boden in Deckung zu gehen, andere rannten davon. "Die Zerstörung ist groß und überall ist Blut." Die Krankenhäuser riefen zu Blutspenden auf, um die Verletzten versorgen zu können.
Der somalische Regierungschef Hamza Abdi Barre bezeichnete den Angriff als "barbarische Gräueltat, die den Werten unserer Religion und Kultur grundlegend zuwiderläuft". UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte den "abscheulichen Terrorakt" und betonte, dass die Vereinten Nationen fest an der Seite Somalias im Kampf gegen die Islamisten stünden. Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union (AU), Moussa Faki Mahamat bezeichnete den Anschlag als "schrecklich" und "erbarmungslos".
Bereits Mitte Juli waren in der somalischen Hauptstadt Mogadischu neun Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden, als eine Autobombe vor einem vollbesetzten Café explodierte, in dem das Endspiel der Fußball-Europameisterschaft übertragen wurde. Im vergangenen Jahr war eines der Hotels am Lido Beach sechs Stunden lang von Mitgliedern der Shebab-Miliz belagert worden. Dabei wurden sechs Menschen getötet und zehn weitere verletzt.
Die mit dem Extremistennetzwerk Al-Kaida verbündete Shebab-Miliz, die sich auf einer ihr nahestehenden Website zu dem jüngsten Angriff bekannte, kämpft seit 2007 gegen die von der internationalen Gemeinschaft unterstützte Regierung Somalias. Zahlreiche Bombenanschläge und Angriffe in Mogadischu und in anderen Landesteilen gehen auf ihr Konto. Obwohl die Islamisten 2011 von Soldaten der Afrikanischen Union aus der Hauptstadt vertrieben wurden, sind sie in ländlichen Gebieten noch immer stark vertreten.
M.King--AT