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Untersuchungsbericht prangert Rassismus und Sexismus der Londoner Polizei an
Rassismus, Sexismus, Frauenfeindlichkeit und Homophobie: Der Londoner Polizei ist ein weiteres Mal ein verheerendes Zeugnis ausgestellt worden. Die Verfasserin des am Dienstag veröffentlichten unabhängigen Berichts, Louise Casey, bescheinigt der Metropolitan Police einen "Mangel an Wachsamkeit" und fordert deren grundlegende Reform. Andernfalls könne ihr die Auflösung drohen.
In ihrem 363-seitigen Bericht kritisiert Casey eine weitverbreitete Kultur des Rassismus, Sexismus und tiefsitzender Feindseligkeit gegenüber Homosexuellen innerhalb der von weißen Männern dominierten Metropolitan Police, die Ursache für die vielen Skandale der vergangenen Jahre seien. Kollegen ethnischer Minderheiten würden gemobbt, Kolleginnen sähen sich "regelmäßig Sexismus und Frauenfeindlichkeit" ausgesetzt.
Allgemein würde Londons Polizei Gewalt gegen Frauen und Mädchen nicht ernst genug nehmen, kritisierte der Bericht. "Die Polizei hat ihre Mitarbeiterinnen oder die Öffentlichkeit weder vor Polizisten geschützt, die häusliche Gewalt ausüben, noch vor denjenigen, die ihre Stellung zu sexuellen Zwecken missbrauchen." Den Opfern werde oftmals nicht geglaubt, hingegen aber den Tätern - vor allem, wenn es sich um Polizisten handelte.
Obwohl es erfahrene, ranghöhere Beamte gebe, kümmerten sich unerfahrene und überlastete Polizisten um den Schutz von Kindern, um Vergewaltigungen und schwere Sexualdelikte, bemängelt Casey weiter. Ihr Bericht nennt als Beispiel Vergewaltigungsfälle, in denen Beweismittel nicht ausgewertet werden konnten, weil diese in defekten Kühlschränken aufbewahrt wurden.
Der Bericht war nach der Ermordung der 33-jährigen Londonerin Sarah Everard in Auftrag gegeben worden. Sie war von dem Polizisten Wayne Couzens vergewaltigt und ermordet worden, nachdem er sie unter einem Vorwand 2021 festgenommen hatte. Anfang 2022 war die Chefin der Metropolitan Police, Cressida Dick, zurückgetreten.
Die Vertrauenskrise verschärfte sich mit dem Fall des Polizisten David Carrick. Er hatte im Januar vor Gericht gestanden, über Jahre hinweg Frauen vergewaltigt zu haben. Carrick hatte bei der "Met" einer Einheit zum Schutz von Abgeordneten und Diplomaten angehört, bei der auch Wayne Couzens Dienst tat.
Sie könne nicht bezeugen, dass es in der Londoner Polizei keine Beamten mehr wie Couzens oder Carrick gebe, sagte Casey. "Es ist die Aufgabe der Polizei, uns als Öffentlichkeit zu schützen", sagte die angesehene langjährige Beamtin, die heute im britischen Oberhaus sitzt. "Viel zu viele Londoner haben aber inzwischen das Vertrauen in die Polizei verloren."
Caseys Bericht enthält zahlreiche Empfehlungen, die auf eine "vollständige Überholung" der "Met" hinauslaufen würden. Andernfalls drohe der Behörde, dass sie ohne ihr Zutun umgebaut werde, sagte Casey der BBC. Sie bescheinigte der Polizeibehörde, bisher wenig "Demut" und "Einsicht" gezeigt zu haben.
Die Metropolitan Police ist mit mehr als 43.000 Beamten und Angestellten die größte Polizei des Landes. Sie steht schon seit längerem wegen einer Reihe von Skandalen massiv in der Kritik.
Premierminister Rishi Sunak erklärte, die Vorgänge innerhalb der "Met" seien "schockierend und inakzeptabel". Er forderte einen "Wandel innerhalb der Kultur und der Führung" der Polizeibehörde, sprach aber gleichzeitig Dicks Nachfolger an der Spitze der "Met", Mark Rowley, sein Vertrauen aus. Dieser sprach im Sender Sky News von "erschütternden" Befunden und versprach, die Missstände ein für alle Mal zu beenden.
Der Londoner Bürgermeister Sadiq Khan als Initiator der Untersuchung forderte, die Empfehlungen rasch und vollständig umzusetzen. "Es liegt in unser aller Interesse, dafür zu sorgen, dass sich der Polizeidienst von Grund auf ändert", sagte der Labour-Politiker der BBC.
H.Romero--AT