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Frankreich hat seit Kriegsbeginn mehr als 100.000 Ukraine-Flüchtlinge aufgenommen
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs vor einem Jahr hat Frankreich etwa 100.000 ukrainische Flüchtlinge aufgenommen. Etwa 490 Millionen Euro seien für die Aufnahme der Geflüchteten aufgewendet worden, rund die Hälfte davon für deren Unterbringung, teilte das französische Innenministerium am Donnerstag in Paris mit. Die Geflüchteten aus der Ukraine seien unter anderem in Hotels, leer stehenden Ferienanlagen und Notunterkünften untergebracht worden.
Mehrere Hilfsorganisationen werfen der Regierung allerdings vor, ukrainische Flüchtlinge im Vergleich zu Migranten aus anderen Ländern bevorzugt behandelt zu haben. "Was für die Ukrainer getan wurde, sollte als Beispiel für künftige Flüchtlingskrisen dienen", sagte Delphine Rouilleault, Leiterin von France terre d'asile.
Etwa 30.000 Menschen aus der Ukraine sind nach Angaben des Ministeriums in Frankreich privat aufgenommen worden. Etwa 900 Haushalte hätten dafür eine finanzielle Unterstützung erhalten. Rund 80 Prozent der Geflüchteten seien Frauen. Frankreich habe seit Kriegsbeginn etwa 88.000 Ukrainern eine vorläufige Aufenthaltsgenehmigung erteilt (Kinder nicht mitgezählt), der ihnen Zugang zum Arbeitsmarkt, zur Gesundheitsversorgung, zur Schule und bestimmten Sozialleistungen gibt.
Inzwischen habe es bereits eine Rückkehrwelle gegeben, und die Zahl der Neuankömmlinge sei auf mehrere Hundert im Monat gesunken. Im März 2022 seien etwa 1000 Flüchtlinge täglich aus der Ukraine in Paris angekommen. Laut Innenministerien sollen die Aufnahmestellen nach und nach geschlossen werden.
"Wir haben alle aufgenommen, die es wollten. Aber es gab natürlich weniger Zulauf als in Ländern, in denen es bereits eine größere ukrainische Gemeinde gab", sagte Staatssekretärin Sonia Backès der Zeitung "Le Parisien". Die Regierung gehe davon aus, dass etwa 10 bis 15 Prozent der aus der Ukraine Geflüchteten in Frankreich bleiben wollten.
Deutschland hat im Vergleich zu Frankreich etwa elf Mal mehr ukrainische Flüchtlinge aufgenommen, nämlich etwa 1,1 Millionen.
Ch.P.Lewis--AT