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Mindestens 38 Tote bei schwerem Erdbeben in Indonesien
Ein schweres Erdbeben hat die zu Indonesien gehörende Flores-Insel erschüttert und mindestens 38 Menschen in den Trümmern getötet. Mindestens 13 weitere seien verletzt worden, zwei von ihnen hätten schwere Verletzungen davongetragen, sagte der Leiter der Nationalen Katastrophenschutzbehörde, Suharyanto, bei einer Pressekonferenz am Samstag. Rund 2000 Menschen hätten sich aus eigener Initiative in Sicherheit gebracht. Die Behörden lösten nach dem Erdstoß der Stärke 7,7 Tsunami-Alarm aus, hoben die Warnung später aber wieder auf.
Das Epizentrum des Bebens lag Behördenangaben zufolge rund 70 Kilometer vor der Nordküste Insel im Osten Indonesiens. Auf den ersten Erdstoß am frühen Morgen (Ortszeit, um 23.30 Uhr MESZ) folgten mehrere starke Nachbeben, darunter eines mit der Stärke 6,1.
"Plötzlich begann es zu beben, und ich geriet in Panik", sagte Lukas Lotar, der in einem Krankenhaus in der Stadt Maumere arbeitet, der Nachrichtenagentur AFP. "Auch Patienten flohen aus dem Krankenhaus", berichtete der 31-Jährige. "Der Stoß war heftig. Ich sah Risse in einigen Wänden."
Rettungskräfte suchten nach Verschütteten in den Trümmern. Das Ausmaß der Zerstörung war am Samstag noch nicht vollständig abzusehen. Die am stärksten betroffene Region ist ländlich, es gibt wenig hohe Häuser.
"Ich habe noch nie so ein starkes Erbeben erlebt", sagte Yulian Yuita Ekalia, die in der Stadt Ruteng im Inneren der Insel lebt. "Es hat sich angefühlt wie auf einem Trampolin, es war sehr beängstigend", sagte sie der AFP am Telefon. "Alles im Haus ist heruntergefallen: der Fernseher, die Pokale meines Sohnes, die Geschirrregale, Koffer auf Schränken."
Sie holte später ihren Herd aus dem Haus, um auf der Straße zu kochen. Auch die Universtität, an der Yulian arbeitet, wurde schwer beschädigt. Sie sei froh, dass das Beben an einem Samstagmorgen passiert sei. "Ich kann mir nicht vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn wir alle da gewesen wären."
Die indonesische Wetter- und Erdbebenbehörde warnte unmittelbar nach dem ersten Beben vor möglichen Tsunami-Wellen mit bis zu drei Metern Höhe. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bewohner der Küstengebiete "dringend auf, sich unverzüglich selbst in Sicherheit zu bringen". Auf den Straßen bildeten sich lange Staus.
Anwohner in der Region Nagekeo nahe des Epizentrums rannten am Samstagmorgen auf Hügel, um sich vor möglichen Wellen in Sicherheit zu bringen. Das Meer zog sich zurück - ein Warnzeichen für einen Tsunami -, die amtliche Warnung wurde später aber wieder aufgehoben. Die Behörden warnten jedoch davor, in beschädigte Häuser zurückzukehren, solange es noch Nachbeben gebe.
Indonesien wird wegen seiner Lage auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring häufig von Erdbeben erschüttert. Im Jahr 2004 war die Provinz Aceh bei einer Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe schwer zerstört worden, damals starben allein in Indonesien 170.000 Menschen.
W.Stewart--AT