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FIFA-Machtkampf: Der Norden gegen Infantino
Europas Norden steht geschlossen gegen Gianni Infantino. Im FIFA-Machtkampf haben die Verbände aus Norwegen, Schweden, Dänemark, Finnland, Island und den Färöer dem Präsidenten des Fußball-Weltverbandes ihr Misstrauen ausgesprochen. "Die sechs nordischen Fußballverbände haben das Vertrauen in den FIFA-Präsidenten verloren und sind zutiefst besorgt über die Führung und die Entscheidungen auf höchster Ebene innerhalb der Organisation", verkündeten die Verbände am Sonntag nach einem Treffen in Helsinki. Prominenteste Infantino-Gegnerin aus dem Norden ist die norwegische Präsidenten Lise Klaveness.
Infantino, der im März des kommenden Jahres für eine vierte Amtszeit kandidieren will, ist durch seinen inzwischen verworfenen WM-Investorenplan massiv unter Druck geraten. Zuletzt hat ein internationales Fanbündnis zu seinem Sturz aufgerufen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA) verweigert dem Schweizer die Unterstützung, forciert seinen Rückzug und droht mit einem Boykott von FIFA-Turnieren. Auch die Kontinentalverbände aus Asien sowie Nord- und Mittelamerika haben den Ton verschärft. Einzelne nationale Verbände aus den Konföderationen - insbesondere aus Asien - haben Infantino dennoch Unterstützung zugesagt. Ein möglicher Gegenkandidat für die Wahl beim Kongress hat sich bislang nicht aus der Deckung gewagt.
"Die nordischen Fußballverbände stehen fest an der Seite der UEFA und den von ihren Nationalverbänden gemeinsam vorgeschlagenen Maßnahmen", hieß es aus Helsinki: "Wir erwarten von der FIFA verbindliche Zusicherungen, dass sie ihre Governance-Strukturen und Wettbewerbe niemals wieder für Privateigentum öffnet."
Zudem haben die Nordeuropäer den Glauben an die Gremien und die ordnungsgemäßen Abläufe innerhalb der FIFA verloren: "Wir fordern außerdem, dass die FIFA eine umfassende, unabhängige Prüfung einleitet, ob der Governance-Rahmen der FIFA die Unabhängigkeit, die Kontrollmechanismen, die Transparenz und die Rechenschaftspflicht gewährleistet, die mit der Verabschiedung des Reformprogramms im Jahr 2016 beabsichtigt waren."
Th.Gonzalez--AT