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Oberster Shaolin-Mönch wegen mutmaßlicher Veruntreuung von Klostergeldern abgesetzt
Als "Manager im Mönchsgewand" wurde der Abt des berühmten Shaolin-Klosters in China bekannt, nun ist er abgesetzt worden: Wegen "extremen Fehlverhaltens" sei Shi Yongxin seines Amtes enthoben worden, teilte die Buddhistische Vereinigung Chinas am Montag in Peking mit. Shi hatte das für seine Kung-Fu-Kampfkünste angesehene Kloster weltweit bekannt gemacht, wurde jedoch der mutmaßlichen Veruntreuung von Klostergeldern und eines verschwenderischen Lebensstils beschuldigt.
Nach Angaben des Shaolin-Klosters im Onlinedienst Wechat wurde dem Abt vorgeworfen, "Projektgelder und Klostervermögen veruntreut" zu haben. Zudem habe Shi "schwerwiegend gegen buddhistische Gebote verstoßen". Laut ehemaligen Mönchen des Klosters hat der eigentlich zur Enthaltsamkeit verpflichtete Abt mit mehreren Frauen Kinder gezeugt und eine Flotte von Luxusautos besessen.
"Shi Yongxins Handlungen sind äußerst verwerflich, untergraben erheblich den Ruf der buddhistischen Gemeinde und schaden dem Ansehen der Mönche", erklärte die Buddhistische Vereinigung. Die Vereinigung ist der regierenden Kommunistischen Partei Chinas unterstellt, die die Ernennung aller religiösen Würdenträger absegnen muss. "Unangemessenes" Verhalten war bereits wiederholt ein Grund für Amtsenthebungen.
Bereits im Jahr 2015 war Shi mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert worden, die das Kloster damals jedoch als "bösartige Verleumdung" zurückwies.
Der 59-jährige Mönch mit Uniabschluss in Wirtschaft hatte das Shaolin-Kloster in Songshan, das 495 gegründet wurde und als Geburtsstätte des chinesischen Kung Fu und des Zen-Buddhismus gilt, in einen international agierenden Konzern verwandelt. Die Kampfkunst der Shaolin-Mönche ist durch diverse Film- und Fernsehserien in der ganzen Welt bekannt.
Shi verhalf dem Kloster zur Gründung dutzender Unternehmen und hat zahlreiche Shaolin-Filialen weltweit eingerichtet. Kritiker warfen ihm vor, den Buddhismus zu kommerzialisieren.
P.Smith--AT