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Selenskyj drängt nach Ukraine-Gesprächen in Abu Dhabi auf "schnellere Ergebnisse"
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach dem Abschluss der neuen Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi auf mehr Tempo gedrängt. "Wir wollen schnellere Ergebnisse", sagte Selenskyj am Donnerstag in Kiew. Das zweitägige Treffen zwischen Unterhändlern Russlands und der Ukraine war zuvor in der Hauptstadt der Emirate zu Ende gegangen. Bis auf die Einigung auf einen neuen Gefangenenaustausch wurden zunächst keine Details dazu bekannt. Die Ukraine war derweil erneut russischen Angriffen ausgesetzt.
Selenskyj äußerte sich am Donnerstag an der Seite des polnischen Regierungschefs Donald Tusk. Zuvor hatte die Sprecherin des ukrainischen Verhandlungsführers in Abu Dhabi, Rustem Umerow, erklärt, die Verhandlungen seien "abgeschlossen". Umerow zufolge wurden die von den USA vermittelten Gespräche im "gleichen Format" abgehalten wie am Vortag: "trilaterale Konsultationen, Gruppenarbeit und anschließende Abstimmung der Positionen".
Dem US-Sondergesandten Steve Witkoff zufolge einigten sich beide Seiten in Abu Dhabi auf einen neuen Gefangenenaustausch. Der Austausch sei der erste seit fünf Monaten und betreffe 314 Gefangene, teilte Wittkoff im Onlinedienst X mit. Die Einigung sei "durch detaillierte und produktive Friedensgespräche erzielt" worden. Es liege aber "noch viel Arbeit" vor allen.
Das russische Verteidigungsministerium bestätigte die Einigung. Es erklärte, dass "am 5. Februar 157 russische Soldaten aus der Ukraine zurückgebracht wurden". Im Gegenzug würden "157 Kriegsgefangene der ukrainischen Streitkräfte übergeben". Die Emirate und die Vereinigten Staaten hätten bei der Rückkehr der russischen Gefangenen "humanitäre Vermittlung" geleistet.
Die Unterhändler der Ukraine und Russlands waren am Mittwoch zu ihrem erneuten Treffen nach Abu Dhabi gekommen. Umerow hatte den ersten Teil des erneuten Treffens als "produktiv" bezeichnet und von "substanziellen" Gesprächen gesprochen. Der russische Unterhändler Kirill Dmitrijew sagte am Donnerstag zu Staatsmedien, es gebe "definitiv Fortschritte, die Dinge entwickeln sich in eine gute, positive Richtung". Er warf den Europäern vor, versucht zu haben, die Fortschritte zu "stören". Dmitrijew nannte jedoch keine Einzelheiten.
In einer ungewöhnlichen offiziellen Stellungnahme zu den Verlusten an der Front hatte Selenskyj am Mittwoch erklärt, dass seit dem Einmarsch Russlands im Februar 2022 mindestens 55.000 ukrainische Soldaten getötet worden seien. Unabhängige Experten schätzen die Zahl allerdings weitaus höher ein.
Vor anderthalb Wochen hatten Unterhändler Moskaus und Kiews erstmals direkt miteinander über den US-Plan zur Beendigung der Kämpfe gesprochen. Beide Seiten sind sich nach Angaben aus Verhandlungskreisen inzwischen in mehreren Punkten einig. Hauptstreitpunkt bleibt jedoch die Forderung Moskaus nach einem vollständigen Rückzug der Ukraine aus der wichtigen Industrieregion Donbass.
US-Präsident Donald Trump drängt beide Seiten seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus vor gut einem Jahr zu Verhandlungen über ein Ende des Krieges. Selenskyj sagte in einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview im französischen Fernsehen, die Rolle des US-Präsidenten sei entscheidend. "Putin hat nur Angst vor Trump", sagte er.
Derweil überzog die russische Armee die Ukraine mit neuen nächtlichen Angriffen. Über Nacht habe Russland zwei Raketen und 183 Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert, erklärte die ukrainische Luftwaffe. Zwei Menschen wurden den Angaben zufolge in der Hauptstadt Kiew verletzt.
Mindestens neun russische Militärblogger berichteten indes von einem umfassenden Ausfall von Starlink-Terminals an der gesamten Kriegsfront in der Ukraine - was sowohl die Kommunikation in der russischen Armee als auch die Drohnenangriffe erschweren könnte. Die Technologie ermöglicht es Russland, Drohnen besser zu steuern, sodass sie ihr Ziel präzise treffen. Dank Starlink sind die Drohnen weniger anfällig für Störsignale.
"Das ist alles sehr schlecht, vor allem angesichts der entscheidenden Bedeutung der Kommunikation an der Front", schrieb der Blogger Roman Alechin im Onlinekanal Telegram. Der russische Militärblogger Alexander Koz zitierte einen russischen Kommandeur mit den Worten, Starlink sei Russlands "Achillesferse".
Starlink wird von SpaceX betrieben, einem Unternehmen von Elon Musk. Der Tech-Multimilliardär hatte auf Kiews Wunsch Schritte eingeleitet, um die Nutzung Netzwerks für russische Drohnenangriffe unterbinden.
Dem US-Verteidigungsministerium zufolge einigten sich die USA und Russland derweil auf die Wiederaufnahme ihres hochrangigen militärischen Austauschs. "Die Aufrechterhaltung des Dialogs zwischen den Streitkräften ist ein wichtiger Faktor für globale Stabilität und Frieden, die nur durch Stärke erreicht werden können", erklärte das Europäische Kommando der US-Streitkräfte in einer Stellungnahme. Er befördere "mehr Transparenz und Deeskalation".
W.Nelson--AT