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Experten: Klimawandel macht Auftreten von Bränden in Los Angeles wahrscheinlicher
Der Klimawandel hat das Auftreten großer Brände in Los Angeles wie in diesem Monat Experten zufolge wahrscheinlicher gemacht. Das ist das Ergebnis einer Analyse des Forschungsnetzwerks World Weather Attribution (WWA), die am Dienstag veröffentlicht wurde. Die gefährliche Kombination von trockener Vegetation und starken Winden, die gewaltige Brände begünstigt, ist demnach durch den Klimawandel um 35 Prozent wahrscheinlicher geworden.
"Der durch den Menschen verursachte Klimawandel hat die schrecklichen Brände von Los Angeles verschärft, weil er zu geringeren Niederschlägen, zur Austrocknung der Vegetation und zu einer Überschneidung der Bedingungen für Brände begünstigende Trockenheit und der starken Santa-Ana-Winde führt", teilte das WWA mit. Die heißen und trockenen Santa-Ana-Winde wehen in Kalifornien normalerweise zwischen Herbst und Frühling.
Wegen der Klimaerwärmung "reichen die Bedingungen für Dürre mehr und mehr in den Winter, wodurch sich das Brandrisiko in der Zeit der starken Santa-Ana-Winde erhöht, die aus kleinen Brandherden große Feuersbrünste machen können", erklärte Clair Barnes vom Imperial College London, eine der Autorinnen der Studie.
Außerdem sind Regenfälle im Oktober, die in der Vergangenheit das Ende der Brandsaison markierten, seltener geworden. Die zwischen Oktober und Dezember registrierten Niederschläge gingen der Studie zufolge in den vergangenen Jahrzehnten zurück. Nach Angaben der Wissenschaftler hat sich die Brandsaison in Los Angeles daher verlängert und wird "gefährlicher". Der Zeitraum mit Bedingungen, die Dürre und damit Feuer stark begünstigen, sei pro Jahr im Durchschnitt 23 Tage länger als in der vorindustriellen Zeit, heißt es in der Analyse.
Die Ursache der verheerenden Brände in Los Angeles, durch die im Januar mindestens 29 Menschen getötet wurden, ist immer noch Gegenstand von Ermittlungen. Die Ermittler gehen vor allem der Frage nach, ob eine Elektrikpanne das sogenannte Eaton Fire bei Altadena ausgelöst haben könnte - das zweitschlimmste Feuer in der Geschichte Kaliforniens.
Die Feuer im Großraum Los Angeles waren ausgebrochen, nachdem es acht Monate lang kaum Regenfälle gegeben hatte. In den zwei Jahren zuvor hatten starke Regenfälle zu einem üppigen Wachstum der Pflanzen geführt - die dann während monatelanger Dürre vertrockneten und dem Feuer Nahrung gaben.
"Wir sind von einer unglaublich feuchten Periode zu einer unglaublich trockenen Periode übergegangen", erklärte John Abatzoglou, Professor für Klimatologie an der Universität von Kalifornien und Co-Autor der Analyse, bei einer Pressekonferenz.
Meteorologen zufolge waren die Santa-Ana-Winde im Januar so stark wie zuletzt im Jahr 2011. Sie fachten die Brände an und machten die Löscharbeiten der Feuerwehr praktisch unmöglich. "In Bezug auf Feuer begünstigende klimatische und meteorologische Bedingungen hat es sich um einen explosiven Cocktail gehandelt", schlussfolgerte Abatzoglou.
Die World Weather Attribution, welche die Zusammenhänge zwischen extremen Wetterphänomenen und dem Klimawandel untersucht, warnte, dass das Risiko starker Brände weiter zunehmen dürfte. "Diese Bedingungen, die Brände begünstigen, würden um 35 Prozent zunehmen, wenn die Erderwärmung im Jahr 2100 im Vergleich zur vorindustriellen Zeit auf 2,6 Grad Celsius steigt." Derzeit liegt die Erderwärmung bei rund 1,3 Grad Celsius. "Ohne einen schnelleren Übergang zur Aufgabe fossiler Brennstoffe, die den Planeten erhitzen, wird Kalifornien weiterhin heißer, trockener und entflammbarer werden", schlug Clair Barnes Alarm.
Ch.Campbell--AT