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Mehrere Gebäude in Paris mit Davidstern-Graffiti beschmiert
Unbekannte haben mehrere Gebäude in Paris mit Davidsternen besprüht und damit die Angst vor antisemitischen Angriffen vor dem Hintergrund des Kriegs im Nahen Osten weiter verstärkt. Mehrere Fassaden im 14. Bezirk der französischen Hauptstadt wurden in der Nacht zum Dienstag mit stets denselben blauen Davidsternen, dem Symbol für Israel und das Judentum, beschmiert, wie Anwohner und eine AFP-Journalistin berichteten.
Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen wegen Sachbeschädigung aus rassistischen oder antisemitischen Gründen auf, eine Straftat, die mit bis zu vier Jahren Haft geahndet werden kann. Ähnliche Schmierereien waren bereits am Wochenende in mehreren Vororten von Paris aufgetaucht. Dort waren einige der Graffitis zusätzlich mit Sprüchen wie "Vom Meer bis zum Jordan, Palästina wird siegen", versehen.
Die Graffitis erinnerten an die Judensterne der Nazis, die schließlich "zur Vernichtung von Millionen Juden geführt haben", erklärte die Bürgermeisterin des 14. Bezirks, Carine Petit, im Onlinedienst X (vormals Twitter). Ziel der Graffitis sei eindeutig, "Angst zu verbreiten", sagte der Vorsitzende der jüdischen Studentenunion, Samuel Lejoyeux, der Nachrichtenagentur AFP.
Seit Beginn des Kriegs, der am 7. Oktober mit einem Großangriff der radikalislamischen Hamas auf Israel startete, hat die Zahl antisemitischer oder radikalislamischer Vorfälle deutlich zugenommen.
Premierministerin Elisabeth Borne berichtete im Parlament von mehr als 850 antisemitischen "Vorfällen und knapp 6000 Meldungen im Internet". Es habe seitdem mehr als 430 Festnahmen gegeben, mehr als 230 Ermittlungen liefen noch, sagte Borne weiter. Ihre Regierung verurteile diese "schändlichen Handlungen" auf "das Schärfste" und werde jede einzelne Tat ahnden.
Nach Angaben von Verkehrsministers Clément Beaune wurden zudem seit dem 18. Oktober 100 Bombendrohungen gegen Flughäfen gezählt. "Wir werden jedes Mal Anzeige erstatten, wir lassen nichts durchgehen", sagte Beaune dem Sender LCI. Vermutlich wegen dieser "entschlossenen" Haltung sei die Zahl der Drohungen in den vergangenen Tagen etwas zurückgegangen.
In Frankreich gilt seit einem islamistisch motivierten Anschlag auf einen Lehrer in Arras Mitte Oktober die höchste von drei Terrorwarnstufen, die Sicherheitsvorkehrungen wurden massiv ausgeweitet.
ans/yb
H.Gonzales--AT