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Arzt aus Baden-Württemberg wegen Cannabisrezepten ohne medizinischen Grund angeklagt
Weil er Patienten ohne medizinischen Grund Cannabis verschrieben haben soll, hat die Staatsanwaltschaft Mannheim einen Arzt aus dem baden-württembergischen Weinheim angeklagt. Spätestens seit 2019 habe er sich dazu entschlossen, teilte die Behörde am Dienstag mit. Teils habe er die Drogen über die gesetzlich erlaubte tägliche oder monatliche Höchstmenge hinaus verschrieben. Ihm wird das unerlaubte gewerbsmäßige Verschreiben von Betäubungsmitteln in 291 Fällen vorgeworfen.
Ab dem Sommer 2022 soll der Arzt Rezepte gegen eine Zahlung von jeweils 1500 Euro ausgestellt haben. Einigen Patienten soll er falsche Diagnosebescheinigungen ausgestellt haben. Teilweise habe er Patienten auch bescheinigt, dass sie bei Einhaltung der ärztlich verordneten Einnahme noch fahrtüchtig seien.
Ihm werden nun auch das Ausstellen von unrichtigen Gesundheitszeugnissen in zehn Fällen und 114 Fälle von unerlaubter Ausübung der Heilkunde vorgeworfen, außerdem der unerlaubte Besitz von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge. Bei einer Durchsuchung der Praxis im Juni wurde den Angaben zufolge Ecstasy gefunden.
Zudem habe das Regierungspräsidium Stuttgart schon im Oktober 2022 das Ruhen der ärtzlichen Approbation angeordnet, erklärte die Staatsanwaltschaft. Dennoch habe er weitergearbeitet.
Einer Angestellten des Arztes wirft die Behörde Beihilfe zum unerlaubten Verschreiben von Betäubungsmitteln vor. Sie soll zweimal schon unterschriebene Blankorezepte ausgedruckt und an Patienten gegeben haben. Über die Zulassung der Anklage entscheidet nun das Landgericht Mannheim.
T.Perez--AT