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Anklage gegen Kardiologen der Berliner Charité wegen zweifachen Mordes
Gegen einen Kardiologen der Berliner Charité ist Anklage wegen Mordes an zwei Patienten erhoben worden. Der 56-Jährige soll den Patienten jeweils tödliche Dosen eines Sedierungsmittels gegeben haben - ungeachtet einer in einem Fall erfolgreich verlaufenden Wiederbelebung, wie die Staatsanwaltschaft Berlin am Montag mitteilte. Eine 39-Jährige Krankenpflegerin wurde wegen des Verdachts der Beihilfe zum Totschlag in einem Fall angeklagt.
Die Staatsanwaltschaft sieht die Mordmerkmale der Heimtücke und niedrigen Beweggründe als erfüllt an. Der Mediziner soll der Anklage zufolge nicht nur die Arg- und Wehrlosigkeit seiner Opfer ausgenutzt haben. Er habe sich aus eigensüchtigen Motiven auch angemaßt, über den Zeitpunkt des Tods seiner Patienten frei entscheiden zu können. Der Arzt befindet sich seit Mai in Untersuchungshaft.
Im November 2021 soll der Kardiologe wider besseres Wissen vier Krankenpflegerinnen angewiesen haben, die eigentlich erfolgreich verlaufene Reanimation eines 73-jährigen Patienten einzustellen. Auf seine Weisung hin verabreichte die mitangeklagte Krankenpflegerin dem Patienten dann eine tödliche Menge eines Sedierungsmittels. Als der Mann trotzdem nicht starb, soll der Angeschuldigte ihm eine weitere Dosis des Mittels gegeben haben, die schließlich zu seinem Tod führte.
In einem weiteren Fall soll der Kardiologe im Juli 2022 einer 73-jährigen Patientin ebenfalls mehrere Dosen des Sedierungsmittels verabreicht haben. Auch diese Frau starb. Der Arzt wurde bereits im August vergangenen Jahres von der Charité freigestellt. Die Staatsanwaltschaft nahm damals nach einer Anzeige der Klinik Ermittlungen auf. Die Ermittler prüfen derzeit noch andere Patientenakten auf Hinweise, ob der Arzt möglicherweise noch für weitere Todesfälle verantwortlich ist.
K.Hill--AT