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Nach Überfall und Geiselnahme in Berlin Anklage gegen 23-Jährigen erhoben
Dreieinhalb Monate nach einem Überfall auf ein Berliner Antiquitätengeschäft und einer anschließende Geiselnahme hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen einen 23-jährigen Tatverdächtigen erhoben. Die Behörde wirft dem Mann nach Angaben vom Dienstag erpresserischen Menschenraub, schwere räuberische Erpressung und gefährliche Körperverletzung vor. Die Tat hatte sich am 22. April in einem Antiquitätengeschäft im Stadtteil Schöneberg ereignet.
Der damals 22-Jährige sowie ein 41 Jahre alter Komplize sollen maskiert und bewaffnet in den Laden gestürmt sein, wo sie von dem heute 80-jährigen Geschäftsinhaber und dessen 62-jähriger Angestellten Geld forderten. Diese hätten sie zudem geschlagen, getreten und gefesselt, bis der Ladeninhaber ihnen schließlich mehrere hundert Euro gab. Passanten alarmierten jedoch die Polizei.
Der 23-Jährige verließ kurz darauf das Geschäft und ließ sich festnehmen - er wurde noch am Tag darauf in Untersuchungshaft genommen. Der andere Tatverdächtige blieb jedoch mit den beiden Geiseln im Laden. Es kam zu einem Großeinsatz, an dem auch Spezialkräfte beteiligt waren. Die Angestellte ließ der Mann nach einigen Stunden gehen. Sie wurde leicht verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Mit dem Ladeninhaber verschanzte sich der 41-Jährige jedoch anschließend im hinteren Bereich des Geschäfts. Nach über neun Stunden stürmte ein Spezialeinsatzkommando den Laden und befreite den Mann - unverletzt. Den Geiselnehmer fanden die Beamten mit einer stark blutenden Kopfwunde, an der er wenig später starb. Er hatte sich, wie die Staatsanwaltschaft nun mitteilte, selbst das Leben genommen. Über die Zulassung der Anklage muss nun das Berliner Landgericht entscheiden.
W.Morales--AT