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Erbstreit drei Jahre nach dem Tod des Modeschöpfers Pierre Cardin
Knapp drei Jahre nach dem Tod des französischen Modeschöpfers Pierre Cardin streiten seine Nachfahren um das Erbe. Drei Großnichten des Modeschöpfers haben eine Klage wegen betrügerischen Ausnutzens von Schwäche, schweren Vertrauensmissbrauchs und Betrügerei eingereicht. Justizkreise bestätigten am Donnerstag in Paris einen entsprechenden Bericht der Zeitschrift "Challenges". Die Ermittlungen seien noch im Gange.
Die drei Großnichten werfen laut dem Bericht von "Challenges" ihrem Cousin Rodrigo Basilicati-Cardin vor, sich mit Hilfe eines gefälschten Testaments selbst zum Chef des Mode-Unternehmens gemacht zu haben und den Verkauf des Unternehmens zu verhindern.
Basilicati-Cardin weist die Vorwürfe zurück. Sein Onkel habe mehrfach deutlich gemacht, dass er seine Nachfolge antreten solle, "bis hin zum Testament". "Mein Ziel ist es, die Marke wieder nach vorn zu bringen, nicht sie zu verkaufen. Das war auch der Wille meines Onkels", betonte er. Er klagt seinerseits gegen die drei Großnichten wegen Diffamierung.
Basilicati-Cardin hatte ein von Cardin 2016 unterzeichnetes Testament, das ihn zum Alleinerben einsetzt, 2020 in dessen Wohnhaus gefunden. Derzeit wird dessen Authentizität geprüft. Zu diesem Zeitpunkt hatte es eine Übernahmeangebot für das Unternehmen gegeben.
Cardin war im Dezember 2020 im Alter von 98 Jahren gestorben. Er wurde in Venedig geboren, wuchs aber in Frankreich auf. Seit 1950 hatte er sein eigenes Modehaus. Er machte sich schnell einen Namen als Erneuerer der Modewelt, etwa mit seinen legendären "Kugelkleidern" von 1954 oder seiner Weltraum-Kollektion von 1964.
Cardin hinterließ keine Kinder. Er hatte sowohl zu Frauen als auch zu Männern Beziehungen. Vier Jahre lang verband ihn eine Liebesgeschichte mit der französischen Filmikone Jeanne Moreau. Im vergangenen März hatte das Mode-Unternehmen erstmals seit 25 Jahren wieder an den Prêt-à-porter-Schauen in Paris teilgenommen.
H.Gonzales--AT