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Brände in Kanada haben schon doppelt so viel CO2 freigesetzt wie im Rekordjahr 2014
Die riesigen Waldbrände in Kanada haben schon jetzt mehr als doppelt so viel CO2 freigesetzt wie im gesamten bisherigen Rekordjahr 2014. Wie das EU-Erdbeobachtungsprogramm Copernicus am Donnerstag mitteilte, wurden von Anfang Mai bis Ende Juli rund 290 Megatonnen des Treibhausgases Kohlendioxid freigesetzt. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2014 liegt bei 138 Megatonnen, allerdings bezogen auf das gesamte Jahr. Der Atmosphärenüberwachungsdienst von Copernicus (Cams) erhebt die Daten seit 2003.
Hunderte Brände haben in Kanada in diesem Jahr schon rund zwölf Millionen Hektar Land verbrannt. Das entspricht einer Fläche, die größer ist als Kuba oder Südkorea. Riesige Rauchwolken zogen über weite Teilen Kanadas und der USA. Mehr als 100 Millionen Menschen waren von der Luftverschmutzung betroffen. Der Smog beeinträchtigte zeitweise auch den Flugverkehr, Veranstaltungen unter freiem Himmel wurden abgesagt.
Der Cams-Experte Mark Parrington erklärte, die Emissionen der Waldbrände in Kanada seien seit Anfang Mai "fast kontinuierlich" gestiegen und hätten mittlerweile ein Niveau erreicht, "das bereits erheblich höher ist als die vorherigen jährlichen Gesamt-Brandemissionen für Kanada in unserem Datensatz". Da die Brandemissionen in der borealen Zone auf der Nordhalbkugel der Erde normalerweise erst Ende Juli oder Anfang August ihren Höhepunkt erreichten, sei "noch einige Wochen" mit einem Anstieg der Emissionen zu rechnen, fügte Parrington hinzu.
Die Waldbrand-Saison auf der Nordhalbkugel dauert meist von Mai bis Oktober. Der Höhepunkt wird im Juli und August erreicht - den heißesten und trockensten Monaten des Jahres. Zuletzt waren nach Angaben von Copernicus in Kanada und Russland auch nördliche Regionen betroffen - sogar am Polarkreis. Auch diese Feuer hätten "erhebliche Rauchemissionen" verursacht.
Durch seine geographische Lage heizt sich Kanada im Zuge des Klimawandels schneller auf als der Rest des Planeten. In den vergangenen Jahren verzeichnete das Land daher Extremwetterereignisse, deren Ausmaß und Häufigkeit durch den Klimawandel zunehmen.
F.Ramirez--AT