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UNO fordert Kämpfe mindestens dreitägige Waffenruhe im Sudan
Angesichts der seit Tagen anhaltenden Kämpfe hoffen die Menschen im Sudan auf eine Waffenpause während des am Freitag beginnenden Zuckerfests. UN-Generalsekretär António Guterres forderte am Donnerstag eine "mindestens dreitägige" Waffenruhe, nachdem den Tag über erneut Explosionen und Schüsse die Hauptstadt Khartum erschütterten. Die Bundesregierung setzte unterdessen ihre Bemühungen zur Evakuierung von deutschen und anderen Staatsangehörigen fort.
Guterres sagte vor Journalisten in New York, die UNO stehe mit den Konfliktparteien in Kontakt. Eine Waffenruhe zum sogenannten Zuckerfest (Aid al-Fitr), das zum Abschluss des islamischen Fastenmonats Ramadan gefeiert wird, müsse eine "erste Etappe" sein und einen dauerhaften Waffenstillstand ermöglichen.
In dem nordostafrikanischen Land liefern sich Einheiten der Armee und der paramilitärischen Miliz RSF seit Samstag erbitterte Kämpfe. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stieg die Zahl der Toten inzwischen auf fast 330, die der Verletzten auf 3200.
Wegen der Kämpfe sind nach UN-Angaben bis zu 20.000 Menschen in den benachbarten Tschad geflohen. Die meisten von ihnen seien Frauen und Kinder, die nun mit Essen, Wasser und Unterkünften versorgt werden müssten, teilte das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR mit.
Auch in der Region Darfur im Westen des Landes wird gekämpft. Dort wurden zu Beginn der Kämpfe drei Mitarbeiter des Welternährungsprogramms getötet. In der Stadt Al-Obeid 350 Kilometer südlich von Khartum waren am Donnerstag ebenfalls Explosionen zu hören.
Zur Situation der Ausländer im Sudan sagte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) dem TV-Sender Welt: "Es geht darum, jetzt schnell einen Weg zu finden, wie wir die Menschen rausholen." Laut einem Bericht des "Spiegel" hatte die Bundeswehr am Mittwoch eine Evakuierungsaktion abbrechen müssen. Dabei hätten demnach gut 150 Deutsche aus dem Sudan ausgeflogen werden sollen. Gescheitert sei die Aktion an den andauernden Kampfhandlungen.
Die USA entsenden derweil weitere Soldaten in die Region, um im Bedarfsfall ihre Botschaft in Khartum evakuieren zu können. Das US-Verteidigungsministerium erklärte am Donnerstag, es treffe Vorbereitungen für "verschiedene Eventualitäten". In diesem Zusammenhang würden "zusätzliche Fähigkeiten" entsandt, um womöglich die Botschaft zu sichern oder Botschaftspersonal in Sicherheit zu bringen. Die zusätzlichen Soldaten sollen in die Nähe des Sudan verlegt werden.
Die Kämpfe sind das Ergebnis eines tiefen Risses zwischen der Armee und der paramilitärischen RSF, die 2013 von dem - später von Armee und RSF gemeinsam gestürzten - Langzeit-Herrscher Omar al-Baschir gegründet worden war. Armeechef Abdel Fattah al-Burhan und RSF-Anführer Mohamed Hamdan Daglo waren seit der Machtübernahme 2019 Verbündete, trotz mancher Spannungen.
Im Oktober 2021 führten beide auch den Militärputsch gegen die zivile Regierung an, wodurch der international unterstützte Übergang zur Demokratie gestoppt wurde. Daglo, genannt Hemeti, nennt den Putsch inzwischen einen "Fehler", während al-Burhan weiter daran festhält. Am Donnerstag schloss al-Burhan gegenüber dem Sender Al-Dschasira "weitere politische Gespräche" mit RSF-Vertretern aus.
K.Hill--AT