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Mehr als 100 Festnahmen bei Protesten gegen Rentenreform in Frankreich
Nach dem grünen Licht vom Verfassungsrat für die Rentenreform von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sind bei Protesten allein in Paris mehr als 100 Menschen festgenommen worden. In der Hauptstadt wurden Fahrräder, Elektro-Roller und Mülltonnen in Brand gesetzt, berichteten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Proteste mit hunderten Teilnehmern fanden auch in anderen Städten wie Marseille, Toulouse und Lyon statt.
In Lyon setzte die Polizei Tränengas ein, um die Demonstranten auseinanderzutreiben. In der westfranzösischen Stadt Rennes zündeten Protestler die Tür einer Polizeistation und eines Kongresszentrums an. In Marseille musste wegen Demonstrationen auf Gleisen der Zugverkehr eingestellt werden.
Die Polizei in Paris meldete bis 22.30 Uhr 112 Festnahmen. Zuvor hatten sich hunderte Menschen zu unangemeldeten Protestzügen versammelt.
Der französische Verfassungsrat hatte am Nachmittag die Anhebung des Rentenalters in Frankreich von 62 auf 64 Jahre gebilligt. Zudem wies der Rat einen Antrag der linken Opposition auf einen Volksentscheid über die Reform ab. Gegen Entscheidungen des Verfassungsrats können in Frankreich keine Rechtsmittel eingelegt werden.
Mehr als zwei Drittel der Franzosen lehnen die Rentenreform ab. Seit der Verabschiedung des Rentenreform-Gesetzes durch einen legalen Verfassungskniff hatten sich die Proteste in den vergangenen Wochen zunehmend radikalisiert.
N.Mitchell--AT