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UNO spricht von internationalem "Versagen" bei Hilfe für Erdbebenopfer in Syrien
Nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet hat die UNO internationales "Versagen" bei der Lieferung von Hilfsgütern in die betroffenen syrischen Regionen beklagt. Die Betroffenen fühlten sich "zurecht" alleine gelassen, schrieb UN-Nothilfekoordinator Martin Griffiths am Sonntag im Kurzbotschaftendienst Twitter. "Wir haben die Menschen im Nordwesten Syriens bisher im Stich gelassen", schrieb Griffiths weiter. Es sei seine Pflicht, dies schnellstmöglich zu verbessern.
Ein UN-Konvoi aus zehn Lastwagen mit Hilfsgütern hatte Syrien am Donnerstag über die Türkei erreicht. Griffiths erklärte aber, es sei noch viel mehr Hilfe nötig. Nach UN-Schätzungen könnten alleine in Syrien bis zu 5,3 Millionen Menschen durch das Beben obdachlos geworden sein.
In vielen Gebieten fehlten Rettungsteams nach eigenen Angaben Sensoren und andere moderne Suchgeräte, so dass sie häufig mit Schaufeln oder mit bloßen Händen in den Trümmern suchen mussten.
Die ohnehin schwierige Lage für Rettungskräfte und Hilfslieferungen im Erdbebengebiet wird in Syrien zusätzlich durch die politisch heikle Situation erschwert. Das Katastrophengebiet ist dort in von Damaskus kontrollierte Gebiete und Territorien unter der Kontrolle regierungsfeindlicher und überwiegend islamistischer Milizen geteilt.
Am Freitag hatte bereits die syrische Hilfsorganisation Weißhelme der UNO Versagen bei der Erdbebenhilfe vorgeworfen und von einem "Verbrechen" an den betroffenen Menschen gesprochen.
Am Samstag war in der vom Beben schwer getroffenen syrischen Stadt Aleppo der Generaldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus, mit einer Lieferung von etwa 37 Tonnen medizinischer Hilfsgüter eingetroffen, am Sonntag sollten weitere 30 Tonnen folgen.
UN-Generalsekretär António Guterres rief den UN-Sicherheitsrat dazu auf, neue Grenzübergänge zwischen der Türkei und Syrien für Hilfslieferungen zu öffnen.
Die Zahl der bestätigten Todesopfer des Bebens der Stärke 7,8, das die Region am Montag erschüttert hatte, stieg unterdessen auf mehr als 33.000 an. In der Türkei wurden nach Behördenangaben bis Sonntag 29.605 Todesopfer geborgen. Mindestens 3574 Menschen starben nach offiziellen Angaben auf der anderen Seite der Grenze in Syrien.
Insgesamt sind vom Beben nach Schätzungen der WHO fast 26 Millionen betroffen.
E.Flores--AT