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Verteidigung fordert in Spanien Freispruch für früheren Hells-Angels-Boss Hanebuth
Am letzten Verhandlungstag im Prozess gegen den ehemaligen deutschen Hells-Angels-Boss Frank Hanebuth in Spanien hat die Verteidigung einen Freispruch des Angeklagten gefordert. Es gebe "nicht den geringsten Beweis" gegen Hanebuth, sagte der Anwalt am Freitag vor Gericht in San Fernando de Henares bei Madrid. Die Staatsanwaltschaft hat in dem Prozess zwölf Jahre Haft für den früheren Rocker-Chef gefordert.
Hanebuth war 2013 auf der spanischen Ferieninsel Mallorca festgenommen worden. Damals war er nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Europa-Chef der Motorrad-Rocker. Ihm werden unter anderem Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, Drogenhandel und Zuhälterei vorgeworfen.
Der Prozess gegen Hanebuth und 48 weitere mutmaßliche Mitglieder und Komplizen des berüchtigten Rockerclubs auf Mallorca hatte am 23. Januar in Fernando de Henares bei Madrid begonnen. Am Freitag war der letzte Verhandlungstag, das Urteil soll erst in einigen Wochen verkündet werden. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich 13 Jahre Haft für Hanebuth gefordert, sie reduzierte ihre Forderung im Laufe des Prozesses auf 12 Jahre Gefängnis.
Zudem haben 34 der Angeklagten inzwischen einem Deal mit der Staatsanwaltschaft zugestimmt, wonach ihnen nur Geld- statt Haftstrafen drohen, wenn sie sich im Gegenzug schuldig bekennen. Hanebuth gehört zu den 15 Angeklagten, die einen Deal ablehnten.
Der Ex-Boxer Hanebuth war früher Chef der Hells-Angels-Sektion in Hannover und galt bis zu seinem Umzug nach Mallorca als zentrale Figur der deutschen Organisation der Motorrad-Gang. Er soll in der niedersächsischen Landeshauptstadt weite Teile des Rotlichtmilieus kontrolliert haben.
R.Chavez--AT