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Sechsjähriger und drei weitere Menschen in Syrien aus Trümmern gerettet
Vier Tage nach dem verheerenden Erdbeben im türkisch-syrischen Grenzgebiet sind in Syrien vier Menschen aus den Trümmern gerettet worden, darunter ein sechsjähriger Junge. Einsatzkräfte bargen am Freitag unter dem Jubel der Umstehenden den kleinen Mussa Hmeidi im Ort Dschandairis. Das Kind stand unter Schock und wies Verletzungen am Gesicht auf. Die Einsatzkräfte setzten nach dem Erfolg die Suche nach Verwandten des Jungen fort.
In der Stadt Dschable, die unter den Kontrolle der syrischen Regierung steht, befreiten Rettungskräfte am Freitag drei Menschen aus den Trümmern, wie die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichtete.
Eigentlich gelten 72 Stunden als die Zeitgrenze, nach der bei einer derartigen Katastrophe praktisch nicht mehr mit Überlebenden unter den Schuttbergen zu rechnen ist. Mussa erhielt vor Ort erste Hilfe. Er bekam einen Kopfverband und ein großes Pflaster an der Hand. Der Bruder des Sechsjährigen war zuvor tot aus den Trümmern geborgen worden.
Dschandairis liegt nahe der türkischen Grenze und wird von Rebellen kontrolliert. Dort war Anfang der Woche aus den Trümmern eines Hauses bereits ein Neugeborenes gerettet worden, das durch die Nabelschnur noch mit seiner durch die Katastrophe umgekommenen Mutter verbunden war. Das Mädchen, dessen ganze Familie bei dem Erdbeben starb, wurde in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht und erhielt den Namen Aya.
Das Erdbeben der Stärke 7,8 hatte sich am frühen Montagmorgen ereignet und die Menschen im Schlaf überrascht. Mittlerweile wurden auf beiden Seiten der Grenze schon fast 23.000 Tote gezählt, davon mehr als 3300 in Syrien.
Auch deutschen Einsatzkräften gelang am Freitag in der Türkei eine spektakuläre Rettung. Mehr als 100 Stunden nach dem Erdbeben zog das Team aus ISAR Germany, ISAR Turkey und der Rettungshunde-Hilfsorganisation BRH Bundesverband eine 40-Jährige lebend aus den Trümmern ihres Hauses. Der komplizierte Rettungseinsatz hatte mehr als 50 Stunden gedauert.
W.Nelson--AT