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Studie: Wegen Krisen blickt Jugend weniger zuversichtlich in die Zukunft
Angesichts von Klimakrise, Krieg und Inflation blicken junge Menschen in Deutschland weniger zuversichtlich in die Zukunft. Wie aus der am Montag in Berlin veröffentlichten sogenannten Trendstudie Jugend in Deutschland hervorgeht, befürchtet die junge Generation ein Ende der Wohlstandsjahre. Die Befragten empfinden Lebensqualität, wirtschaftliche Lage, gesellschaftlichen Zusammenhalt und politische Verhältnisse derzeit deutlich schlechter als noch vor sechs Monaten.
Die Sorge vor der Inflation (71 Prozent) rückte an die erste Stelle der Ängste junger Leute, gefolgt von dem Krieg in Europa (64 Prozent) und dem Klimawandel (55 Prozent). Zudem sorgt sich die Jugend wegen einer Wirtschaftskrise (54 Prozent), der Energieknappheit (49 Prozent) und Altersarmut (43 Prozent). Wesentlich weniger Sorgen bereiten den Befragten demnach die Verbreitung von Verschwörungstheorien (24 Prozent) oder ein Konflikt zwischen Generationen (22 Prozent).
Der Krieg in der Ukraine beschäftigt die junge Generation in Deutschland weiterhin stark. Die Mehrheit fürchtet vor allem dessen finanzielle und wirtschaftliche Folgen. Jeweils mehr als zwei Drittel (69 Prozent) sorgen sich wegen Preissteigerungen und einer Geldabwertung sowie steigender Energie- und Rohstoffpreise (68 Prozent), 44 Prozent treibt die Sorge vor einer Zunahme von Flüchtlingsströmen um. 28 Prozent fürchten eine Ausweitung des Kriegs auf Deutschland, und 14 Prozent haben Angst vor möglichen Atomwolken.
Trotz der Krisen blickt die Mehrheit noch optimistisch auf die persönliche Zukunft. Ein Viertel der befragten 14- bis 29-Jährigen gibt allerdings an, unzufrieden mit der psychischen Gesundheit zu sein. Bei 16 Prozent macht sich Hilflosigkeit breit, jeder Zehnte berichtet den Angaben zufolge sogar von Suizidgedanken. Diese Werte stiegen seit der vorangegangenen Trendstudie vom Mai 2022 an.
"Es ist nicht zu übersehen: Bei vielen jungen Menschen sind die Kräfte der psychischen Abwehr verbraucht, und die Risikofaktoren mehren sich", erklärten die Studienautoren Simon Schnetzer und Klaus Hurrelmann. Sie werten dies "als ein dringendes Warnsignal". Das Institut für Demoskopie Allensbach befragte vom 4. bis zum 21. Oktober 1027 Menschen zwischen 14 und 29 Jahren.
T.Perez--AT