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Nach Angriff auf Pipeline in Saudi-Arabien: Irak entdeckt Drohnen-Startvorrichtung nahe Iran
Nach Drohnenangriffen auf eine wichtige Ölpipeline in Saudi-Arabien hat die irakische Armee nach Angaben aus Sicherheitskreisen Startvorrichtungen für Drohnen in der Nähe der Grenze zum Iran gefunden. Zwei Vertreter der irakischen Sicherheitsbehörden teilten der Nachrichtenagentur AFP am Samstag mit, die Startvorrichtungen für Drohnen seien in der entlegenen Region al-Tib in der südirakischen Provinz Missan entdeckt worden. Der Irak schloss daraufhin drei Grenzübergänge zu dem Nachbarland.
Von den Grenzschließungen erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus irakischen Sicherheitsquellen und von einem Regierungsvertreter. Aus den Sicherheitskreisen verlautete, die Entscheidung sei im Rahmen von "nachrichtendienstlichen Bemühungen erfolgt, die Täter aufzuspüren und an der Flucht zu hindern". Zudem solle der Schmuggel von Drohnen über diese Grenze unterbunden werden. Wann die Grenzen wieder öffnen, blieb zunächst unklar.
Bei den geschlossenen Grenzübergängen handelt es sich um Schalamscheh in der Provinz Basra und Al-Schib in der Provinz Missan im Süden des Irak sowie um al-Mandali in der zentral gelegenen Provinz Dijala. Die anderen Übergänge blieben geöffnet, hieß es.
Eine staatliche Informationsstelle für Sicherheitsfragen teilte derweil mit, Behörden hätten "Maßnahmen zur administrativen und sicherheitstechnischen Umstrukturierung an mehreren Grenzübergängen eingeleitet", was die Schließung der Grenzübertritte erfordere. Die "nachrichtendienstlichen Aktivitäten" seien verstärkt worden, um "Sicherheitslücken" an diesen Grenzübergängen aufzudecken, hieß es. Der Angriff auf die Ölpipeline wurde nicht erwähnt.
Iraks Regierungschef Ali al-Saidi stimmte nach den Angaben seines Sprechers "einem iranischen Antrag auf Durchführung einer gemeinsamen Untersuchung zum Aufspüren von Drohnen-Startplattformen nahe der Grenze zwischen dem Irak und dem Iran" zu.
Saudi-Arabien hatte die wichtige Ost-West-Pipeline nach den Drohnenangriffen vorübergehend geschlossen. Das saudiarabische Außenministerium erklärte am Freitag, die Erdölpipeline sei in den Regionen Riad und Medina mit "mehreren aus dem Irak kommenden Drohnen" angegriffen worden. Es habe Verletzte und Sachschäden gegeben.
Die irakische Regierung verurteilte die Angriffe auf die Pipeline und kündigte Ermittlungen an. Die Verantwortlichen sollten zur Rechenschaft gezogen werden.
Das saudiarabische Außenministerium erklärte weiter, Riad habe sich auf Bitten der irakischen Regierung dafür entschieden, "zu diesem Zeitpunkt nicht zu reagieren" und die irakischen Bemühungen zu unterstützen, Angriffe aus dem Land auf andere Staaten zu verhindern.
Im Irak sind Gruppen aktiv, die von Teheran unterstützt werden. Im Juli hatten die USA und Saudi-Arabien bekannt gegeben, pro-iranische Kämpfer im Irak angegriffen zu haben – als Reaktion auf Angriffe auf US-Streitkräfte und saudiarabische Ölanlagen. Bei diesen Angriffen wurden 20 Kämpfer getötet, darunter fünf Iraner.
Seit seinem Amtsantritt im Frühjahr setzt sich der irakische Ministerpräsident al-Saidi dafür ein, dass die bewaffneten Gruppierungen in dem Land ihre Waffen an den Staat abgeben. Mehrere Gruppen weigern sich jedoch.
Y.Baker--AT