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Vergütung für Azubis mit Tarifvertrag um 3,9 Prozent gestiegen
Auszubildende mit Tarifvertrag haben laut einer Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung erneut von höheren Vergütungen profitiert. Im Ausbildungsjahr 2025/26 seien die tarifvertraglichen Ausbildungsvergütungen im Schnitt um 3,9 Prozent gestiegen, teilte das WSI am Freitag mit. Mittlerweile gebe es nur noch sehr wenige Branchen, in denen Auszubildende im ersten Jahr laut Tarifvertrag weniger als 1000 Euro im Monat erhalten.
Wie das WSI ausführte, fiel der Anstieg gegenüber dem Ausbildungsjahr 2024/25, als die tariflichen Ausbildungsvergütungen im Schnitt um 6,4 Prozent zugelegt hatten, zwar geringer aus. Die Vergütungen für die Azubis stiegen demnach aber weiterhin schneller als die regulären Tarifvergütungen der Beschäftigten. Diese nahmen demnach 2025 um 2,6 Prozent zu und werden für 2026 auf plus 3,1 Prozent geschätzt.
"Mit den Tarifverträgen zur Ausbildungsvergütung versuchen die Gewerkschaften, dem Anspruch vieler Auszubildender nach einer von den Eltern unabhängigen Existenzsicherung Rechnung zu tragen", erklärte Thorsten Schulten, Leiter des WSI-Tarifarchivs. "In den meisten Tarifbranchen liegen die Ausbildungsvergütungen heute auch im ersten Ausbildungsjahr über 1000 Euro im Monat und übertreffen damit den Bafög-Höchstsatz für Studierende."
Schwierig ist die Situation demnach allerdings für die etwa 45 Prozent der Auszubildenden, die ihre Ausbildung in Betrieben ohne Tarifvertrag absolvieren. "Ohne Tarifvertrag erhalten Auszubildende oft deutlich niedrigere Vergütungen und müssen mitunter sogar mit der völlig unzureichenden Mindestausbildungsvergütung von derzeit 724 Euro im Monat auskommen", erklärte Schulten.
Auch gibt es bei den Tarifvergütungen große Unterschiede nach Branche, Region und Ausbildungsjahr. Friseure und Friseurinnen im ersten Ausbildungsjahr in Nordrhein-Westfalen verdienen laut WSI 785 Euro im Monat, während gewerbliche Auszubildende im Bauhauptgewerbe im vierten Jahr 1714 Euro erhalten.
Die höchsten monatlichen Ausbildungsvergütungen im ersten Jahr werden laut WSI für Azubis in Pflegeberufen im Tarifbereich des Öffentlichen Dienstes sowie in der Versicherungswirtschaft und im privaten Bankgewerbe gezahlt.
Teils gibt es in den Tarifbranchen weiterhin Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. "Den größten Unterschied gibt es mit einer Differenz von 140 Euro in der Textilindustrie, 130 Euro sind es im Kfz-Gewerbe und 105 Euro im Gastgewerbe", erklärte das WSI. Im privaten Verkehrsgewerbe, in der Landwirtschaft und in der Süßwarenindustrie liegen die ostdeutschen Ausbildungsvergütungen mit 30, 40 und 76 Euro oberhalb des Niveaus in Westdeutschland.
P.A.Mendoza--AT