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Deutsche Industrieproduktion kommt im April nicht vom Fleck
Die deutsche Industrie tritt angesichts der durch den Iran-Krieg gestiegenen Energiekosten auf der Stelle. Im April blieb die Produktion dem Statistischen Bundesamt zufolge auf demselben Niveau wie im März. Die Industriekonjunktur stelle sich zu Beginn des zweiten Quartals "vor dem Hintergrund des anhaltenden Konflikts im Nahen Osten und der gestiegenen Energiepreise recht verhalten dar", erklärte das Bundeswirtschaftsministerium.
Wie das Statische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden ausführte, legte das gesamte Produzierende Gewerbe im April im Vormonatsvergleich um 0,4 Prozent zu - maßgeblich allerdings dank eines deutlichen Anstiegs im Baugewerbe (plus 2,4 Prozent). Außerdem zählt zum Produzierenden Gewerbe noch die Energieerzeugung, die im Monatsvergleich um 0,2 Prozent zulegte.
Die reine Industrieproduktion verharrte jedoch auf demselben Stand wie im März. Im Vergleich zum Vorjahresmonat April 2025 lag sie laut Statistik gar um 2,1 Prozent niedriger.
Anstiege im Vergleich zum Vormonat März gab es dem Bundesamt zufolge in der chemischen Industrie und in der Metallerzeugung, während die Autoindustrie deutlich weniger produzierte (minus 4,7 Prozent).
Das Bundeswirtschaftsministerium verwies darauf, dass es neben einer "zuletzt verhaltenen Auftragsentwicklung" zum Teil auch eine "zunehmende Anspannung in den Lieferketten" gebe. Aktuell zeichne sich eine "Stabilisierung auf niedrigem Niveau" ab.
Der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien, rechnet damit, dass in den kommenden Monaten "keine durchgreifende Erholung" der Industrie zu erwarten ist. "Zwar hatte sich die Stimmung zur Jahreswende etwas verbessert, der Iran-Krieg hat aber alle Fortschritte zunichte gemacht", erläuterte er.
Die Industrieproduktion werde "wohl erst eine positive Trendwende hinlegen, wenn die Straße von Hormus wieder offen ist", kommentierte Philipp Scheuermeyer, Konjunkturexperte bei KfW Research. Das Wirtschaftsministerium erklärte, dass allerdings auch in diesem Fall bis zu einer weitgehenden Normalisierung der Produktions- und Handelskapazitäten das Preisniveau für Energie "noch längere Zeit deutlich erhöht" und die Liefersituation bei wichtigen Vorleistungsgütern "angespannt" bleibe.
H.Romero--AT