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Streiks bei der Lufthansa sorgen auch am Dienstag für zahlreiche Flugausfälle
Die Pilotenstreiks bei der Lufthansa haben den Flugbetrieb am Dienstag weiter erheblich beeinträchtigt. So wurden nach Flughafenangaben allein in Frankfurt am Main für den gesamten Tag 565 Flüge annulliert. Da direkt im Anschluss an den Streik der Piloten in dieser Woche auch noch das Kabinenpersonal der Lufthansa zum Streik aufgerufen ist, warnte der Flughafenverband ADV vor massiven Schäden durch Arbeitskämpfe im Luftverkehr - auch für "Drittbetroffene".
Hintergrund des am Montag begonnenen 48-stündigen Pilotenstreiks ist die Forderung der Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) nach Verbesserungen bei der betrieblichen Altersvorsorge. Bereits am Montag waren nach VC-Angaben wegen der Arbeitsniederlegungen mehr als 700 Flüge gestrichen worden. Der erste Streiktag sei "wie erwartet" verlaufen.
Die Lufthansa hatte die Pilotenstreiks deutlich kritisiert: Die Kernforderung der Gewerkschaft "nach Verdopplung einer ohnehin schon überdurchschnittlichen und exzellenten betrieblichen Altersvorsorge ist absurd und unerfüllbar", erklärte das Unternehmen. Der Konzern arbeite "mit Hochdruck daran, die Auswirkungen für unsere Fluggäste so gering wie möglich zu halten" und versuche, so viele Flüge wie möglich von anderen Airlines der Gruppe sowie Partner-Airlines übernehmen zu lassen.
Flugreisende müssen indes auch am Mittwoch und Donnerstag mit weiteren Flugstreichungen und Verspätungen rechnen. Denn am Montagabend hatte auch die Gewerkschaft Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) zu zweitägigen Streiks bei der Lufthansa aufgerufen, um nach eigenen Angaben den Druck auf den Konzern beim Ringen um einen neuen Manteltarifvertrag zu erhöhen. Bestreikt werden demnach alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von den Flughäfen Frankfurt und München - ebenso wie alle Abflüge der Lufthansa-Tochter Cityline von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.
Der Flughafenverband ADV warnte am Dienstag, dass die aktuellen Streiks zu "erheblichen Störungen im Luftverkehr" führten. Dies sei "eine Zumutung für hunderttausende Reisende und eine erhebliche Belastung für Unternehmen", kritisierte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.
Nötig seien deshalb "klare gesetzliche Leitplanken", um die Interessen der Allgemeinheit stärker zu berücksichtigen. Die Bundesregierung sei gefordert, ein "ausgewogenes Verhältnis zwischen Tarifautonomie und Gemeinwohl sicherzustellen", erklärte Beisel. "Wer Arbeitskämpfe in einer systemrelevanten Verkehrsinfrastruktur führt, trägt eine besondere Verantwortung - dieser wird derzeit nicht ausreichend Rechnung getragen."
Die wirtschaftlichen Schäden sind laut ADV beträchtlich und treffen die Flughäfen unmittelbar. "Tausende gestrichene Flüge führen innerhalb kürzester Zeit zu Verlusten in Millionenhöhe - mit direkten Auswirkungen auf Flughafenbetreiber, Dienstleister und Beschäftigte", erklärte der Verband. Eine Branche, die sich noch immer nicht von den Folgen der Corona-Krise erholt hat, werde so erneut "in ihrer Investitionsfähigkeit geschwächt".
F.Ramirez--AT