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Erleicherung an den Märkten nach Waffenruhe-Einigung von USA und Iran
Nach der verkündeten Einigung auf eine Waffenruhe im Iran-Krieg herrscht Erleicherung an den Aktien- und Rohstoffmärkten. Die Ölpreise rauschten am Mittwoch nach unten, während weltweit die Aktienkurse stiegen. Der Dax legte zum Handelsbeginn kurzzeitig um fast fünf Prozent auf über 24.000 Punkte zu und pendelte sich anschließend knapp darunter ein. Der Ölpreis sackte im zweistelligen Prozentbereich ab.
Auch an den Börsen in Paris und Mailand legten die Leitindizes jeweils um mehr als drei Prozent zu, in London um mehr als zwei Prozent. Noch stärker aufwärts ging es an den asiatischen Börsen. Asien importierte deutlich mehr Öl aus dem Nahen Osten und ist daher auch deutlich stärker von ausbleibenden Exporten der Golfstaaten wegen der Sperrung der Straße von Hormus betroffen.
In Seoul, Südkorea, stiegen die Kurse um fast sieben Prozent, in Tokio um 5,4 Prozent, in Taiwan um mehr als vier Prozent und in Indien um knapp vier Prozent. Ähnlich sah es in Hongkong, Sydney, Shanghai, Bangkok, Manila, Jakarta, Singapur und Wellington aus.
Die US-Referenzölsorte West Texas Intermediate wurde fast 20 Prozent niedriger gehandelt als am Vortag, die Nordseesorte Brent ließ um rund 16 Prozent nacht.
Kurz vor Ablauf eines US-Ultimatums an den Iran hatte US-Präsident Donald Trump am Dienstagabend eine "beidseitige Waffenruhe" für zunächst zwei Wochen verkündet. Der Iran erklärte sich später bereit, die Straße von Hormus wieder zu öffnen. Es besteht Hoffnung, dass ein längerfristiger Waffenstillstand zustande kommt.
Das iranische Militär hatte die Meerenge, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, seit Beginn des Iran-Kriegs de facto gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker.
Stephen Innes von SPI Asset Management sagte, das Abkommen sei "von enormer Bedeutung für Asien", wo in manchen Gegenden neben massiven Preissteigerungen auch Kraftstoffknappheiten drohten. "Niedrigere Ölpreise lösen den Würgegriff, der die regionale Risikostimmung belastet hat, insbesondere in Märkten, die importierte Energiepreisschocks als erste und am stärksten zu spüren bekommen."
"Die Märkte reagieren mit großer Erleichterung auf die zweiwöchige Waffenruhe", erklärte der DZ Bank-Analyst Sören Hettler. "Marktseitig hat sich das Narrativ eines US-Präsidenten, der wilde Drohungen aussendet, diese aber nicht umsetzt, erneut bestätigt." Allerdings gehen die Positionen in Washington und Teheran weiterhin auseinander: "Donald Trump spricht von einem totalen Sieg - der Iran will aber auch nach Ende des Krieges die Kontrolle über die Straße von Hormus behalten", ergänzte der Analyst. Die Lage bleibe fragil.
Ch.Campbell--AT