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Bahn-Chefin Palla startet Konzernumbau - Management wird deutlich verkleinert
Die neue Bahn-Chefin Evelyn Palla hat mit ersten konkreten Schritten den von ihr angekündigten Konzernumbau gestartet. Zum 1. Januar werde der Konzernvorstand verkleinert und das darunter liegende Top-Management nahezu halbiert, sagte Palla am Donnerstag in Berlin. Ziel sei es, dass die Entscheidungen künftig wieder dort getroffen werden,"wo die Eisenbahn stattfindet". Bei spürbaren Verbesserungen bei der Pünktlichkeit bat sie jedoch um Geduld.
Der Konzernvorstand soll künftig nur noch sechs Vorstandsressorts haben. Auf den Ebenen unterhalb des Konzernvorstands streicht die Bahn nach eigenen Angaben "eine komplette Zwischenebene zwischen Vorstand und erster Führungsebene". Die erste Führungsebene werde von heute 43 auf künftig 22 Organisationseinheiten reduziert - und damit die Anzahl der Führungskräfte "deutlich" verringert.
"Wir machen die Bahn schlanker, schneller, mit weniger Ressorts, weniger Einheiten, dezentraleren Strukturen", führte Palla aus. Die Deutsche Bahn besteht aus dem Bahn-Konzern, dem dutzende Tochterunternehmen untergeordnet sind. Der neuen Chefin zufolge soll der übergeordnete Konzern deutlich verkleinert werden. "Wichtig ist, dass die operative Verantwortung ausschließlich in den Geschäftsfeldern liegt." Die dortigen Manager sollen die Entscheidungen treffen und dafür auch gerade stehen.
Die DB steckt tief in der Krise. Große Teile der Infrastruktur sind marode und störanfällig, die Pünktlichkeitswerte insbesondere im Fernverkehr, aber zunehmend auch im Regionalverkehr leiden darunter. Palla, die seit Anfang Oktober an der DB-Spitze steht, verwies auf jahrelang unterbliebene Investitionen, die sich nun rächten. Diese Verfehlungen könne sie nun nicht "von heut auf morgen" korrigieren. Deshalb werde sich die Pünktlichkeit voraussichtlich auch im kommenden Jahr nicht verbessern.
Es gehe zunächst darum, "den fallenden Trend zu stabilisieren", sagte die Bahn-Chefin. "Wir sehen eine deutliche Beschleunigung der Anlagenalterung." Und so lange die Schienen, Gleise und Oberleitungen schneller alterten, "als ich dagegen anbauen kann", werde sich auch die Pünktlichkeit nicht verbessern.
Die Pünktlichkeit im Fernverkehr war zu Anfang des Jahres rapide gesunken. Im bisherigen Jahresschnitt lag sie bei knapp unter 60 Prozent, wobei sie seit sechs Monaten teils deutlich niedriger war. Im kommenden Jahr strebt Palla nun eine Pünktlichkeitsquote von 60 Prozent an - drei von fünf Fernzüge sollen als mit weniger als sechs Minuten Verspätung ans Ziel kommen.
Verbesserungen für die Kunden soll es trotzdem geben. Der DB-Konzern will laut Palla 140 Millionen Euro für "ein besseres Kundenerlebnis" investieren. Im Zentrum stehen die Bahnhöfe, die sauberer und sicherer werden sollen, etwa mit neuer Beleuchtung, die Reisendeninformation sowie der Komfort in den Zügen. Hier soll etwa das Angebot in den Bordbistros im Fernverkehr zuverlässiger werden.
Auch beim Thema Wirtschaftlichkeit gelobte Palla Verbesserungen. Sie gehe von einer Übererfüllung der Geschäftsziele in diesem und im kommenden Jahr aus. Das bedeutet allerdings nicht, dass die Bahn kurzfristig profitabel wird. Die Rückkehr zur schwarzen Null wird frühestens im Jahr 2027 erwartet.
M.King--AT