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Landwirtschaftsminister Rainer will Agrarexporte zur Chefsache machen
Bayerisches Bier und Moselwein, Mähdrescher oder Hühnerfüße: Deutsche Agrarprodukte sind in vielen Ländern beliebt und die Branche macht mit dem Export fast 100 Milliarden Euro Umsatz jährlich. Landwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) will die Agrarausfuhren nun "nachhaltig steigern" und hat dafür am Mittwoch seine Exportstrategie vorgestellt. Er kündigte an: "Exportpolitik ist jetzt Chefsache."
Die deutsche Landwirtschaft erlöse nahezu jeden vierten Euro im Ausland, die Ernährungswirtschaft jeden dritten Euro, in der Landtechnik seien es sogar drei von vier Euro, sagte Rainer. 5,4 Millionen Menschen arbeiteten in der Branche, das seien zwölf Prozent der Jobs in Deutschland. Derzeit wirkten sich aber geopolitische Spannungen, verschärfte Handelsanforderungen und -konflikte und die schwache Konjunktur negativ auf die Geschäfte aus.
Die Exportstrategie sieht nun etwa vor, von der Vorgängerregierung gekürzte Mittel für das Exportförder- und das Auslandsmesseprogramm wieder auf 17 Millionen Euro aufzustocken. Für die Unternehmen wird es eine Anlaufstelle im Ministerium geben, eine "Exportkoordinatorin", die "völlig unkompliziert" per Telefon zu erreichen sein soll. Besetzt wird die Stelle mit einer Mitarbeiterin des Ministeriums, ebenso wie die neue "Export-Chief Veterinary Officer". Im Fall von Tierseuchen wie Schweinepest oder Vogelgrippe sei schnelles Handeln wichtig, um mögliche wirtschaftlichen Folgen gering zu halten, sagte Rainer. Zusätzliches Geld werde dafür nicht ausgegeben.
Bei Auslandsreisen sollen den Minister Wirtschaftsdelegationen begleiten. Es werde "wahrgenommen, wenn Politik und Wirtschaft gemeinsam auftreten", betonte Rainer. Er verwies auf seine Reise in die USA Mitte November in Begleitung einer Wirtschaftsdelegation. "Dort wurde deutlich, dass 'Made in Germany' gerade in der Land- und Ernährungswirtschaft für höchste Qualität und verlässliche Standards steht und bei unseren amerikanischen Freunden große Wertschätzung genießt." Die nächste Reise werde im Frühjahr 2026 nach China gehen, kündigte Rainer an.
Allgemein wolle die Politik helfen, bestehende Märkte zu festigen und neue Märkte zu erschließen, sagte Rainer. Besonders kleine und mittlere Unternehmen bräuchten hier oft Unterstützung. "Wir wollen Türöffner sein, um in den Export einzusteigen." Zudem engagiere sich die Bundesregierung "für offene Märkte und klare Regeln" und auch für die Versorgung der Branche mit Rohstoffen aus Drittländern, die in der EU nicht ausreichend erzeugt werden.
Rainer betonte, mit seiner Exportstrategie setze er den "politischen Kurswechsel" fort. Er wolle die Wirtschaft stärken und dafür sorgen, dass sie ihre Stärken im Ausland "bestmöglich ausspielen kann".
R.Lee--AT