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Luftverkehrswirtschaft: Europas Luftfahrt boomt - aber Deutschland fällt zurück
Gewinn von Lufthansa-Konzern im dritten Quartal deutlich gesunken
Der Konzerngewinn der Lufthansa ist im dritten Quartal deutlich zurückgegangen. Mit 966 Millionen Euro lag er rund zwölf Prozent unter dem Wert des Vorjahresquartals, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Grund sind demnach vor allem ein starker Konkurrenzdruck in Europa sowie eine rückläufige Nachfrage in Nordamerika.
Bereits im vergangenen Quartal hatte der größte Airline-Konzern Europas aufgrund des politischen Klimas unter Präsident Donald Trump eine Zurückhaltung europäischer Reisender bei Reisen in die USA festgestellt. Zu Lufthansa gehören unter anderem auch die Airlines Austrian, Swiss, Eurowings, Brussels und Ita Airways.
Der Konzernumsatz legte anders als der Gewinn wegen eines Anstiegs der Passagierzahlen zu, um vier Prozent auf 11,2 Milliarden Euro. Die Airlines des Konzerns zählten 42 Millionen Fluggäste, nach 40 Millionen im Vorjahreszeitraum.
Die Lufthansa hat sich ein weitreichendes Sparprogramm auferlegt, um die Rentabilität zu steigern. Bis 2030 sollen rund 4000 Stellen wegfallen, vor allem in Deutschland. Am "Turnaround unseres Kerngeschäfts und der Effizienz unserer Airlines" werde weiter "intensiv" gearbeitet, erklärte Konzernchef Carsten Spohr.
"Unverändert treibt uns dabei aber die Sorge um, dass der Wirtschaftsstandort Deutschland von unserem Erfolg zunehmend weniger profitiert", schränkte der Airline-Chef ein. Er verwies insbesondere auf eine "Halbierung der innerdeutschen Flüge seit 2019 aufgrund der regulatorischen Kostenentwicklung".
Die Luftfahrtbranche drängt auf eine Senkung der Standortkosten wie Steuern und Gebühren. Eine Untersuchung der Umweltorganisation Transport & Environment hingegen macht nicht die Standortkosten als wesentlichen Faktor für die gesunkene Zahl an Inlandsflügen aus. Dies liege vielmehr an einem Rückgang der Geschäftsreisen nach der Corona-Pandemie sowie an der Lufthansa selbst, die mit ihrem "De-facto-Monopol" im Inland "das Angebot bewusst knapp hält, um die eigene Profitabilität zu steigern".
N.Walker--AT