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Hilfsorganisationen warnen vor geplanten Kürzungen bei Entwicklungshilfe
Vor den anstehenden Beratungen des Bundestags über den Haushaltsentwurf 2026 haben die vier großen kirchlichen Werke der Entwicklungshilfe Alarm geschlagen. Die geplanten Etat-Kürzungen für Entwicklungsprojekte würden "die weltweite Not verschlimmern", und viele Hilfsprojekte stünden "vor dem Aus", hieß es in einer am Montag veröffentlichten Erklärung.
Angesichts von weltweit etwa 700 Millionen hungernden Menschen, eskalierenden Krisen und mehr als 300 Millionen Menschen, die auf humanitäre Hilfe angewiesen sind, wäre "ein Rückzug Deutschlands aus der internationalen Verantwortung das falsche Signal". Unterzeichnet wurde der Appell von Brot für die Welt, Caritas international, Diakonie Katastrophenhilfe und Misereor.
Der Etat des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung soll 2026 auf 9,9 Milliarden Euro sinken - fast 30 Prozent weniger als 2022. Die Kürzungen der Humanitären Hilfe seien "noch drastischer", hieß es in dem Aufruf. Der Etat schrumpfte seit 2022 um 60 Prozent auf nur eine Milliarde Euro für 2026.
"Die massiven Kürzungen kosten bereits heute Menschenleben", schrieben die Hilfsorganisationen. Um die Zivilgesellschaft und Partnerprojekte weltweit zu stärken, brauche es "eine verlässliche Finanzierung statt weiterer Kürzungen".
"Der aktuelle Abwärtstrend bei der Finanzierung von Entwicklungszusammenarbeit und Humanitärer Hilfe erschwert unsere Arbeit extrem", erklärte Dagmar Pruin, Präsidentin von Brot für die Welt und Diakonie Katastrophenhilfe.
Andreas Frick, der Hauptgeschäftsführer von Misereor, warnte: "Den geplanten massiven Kürzungen stehen schreckliche Realitäten gegenüber: eine Zunahme von Konflikten und Kriegen, von klimabedingten Dürren und Überschwemmungen, steigenden Zahlen von Menschen, die Hunger leiden und unterernährt sind." Dies werde "ohne Zweifel weitreichende Konsequenzen für Frieden und Sicherheit weltweit, auch für uns in Deutschland, haben".
Die Entwicklung verlaufe "in einer absolut falschen Richtung", kritisierte Oliver Müller, Leiter von Caritas international. "Es war schon vor den Kürzungen kaum möglich, diese Not substanziell zu lindern." Die Bundesregierung zementiere "eine Unterfinanzierung, die den globalen Herausforderungen nicht gerecht wird", erklärte Martin Keßler, Leiter der Diakonie Katastrophenhilfe.
G.P.Martin--AT