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Nach verschossenem Elfmeter: Messi schreibt WM-Geschichte
Erst ein verschossener Elfmeter, dann der alleinige WM-Torrekord: Superstar Lionel Messi hat Österreich mit dem staunenden Teamchef Ralf Rangnick die Grenzen aufgezeigt und Fußball-Geschichte geschrieben. Beim 2:0 (1:0) von Weltmeister Argentinien gegen die letztlich zu harmlose ÖFB-Auswahl erzielte Messi in Dallas seine WM-Treffer Nummer 17 und 18 und stieg zum alleinigen Rekordtorschützen auf. Der Titelverteidiger steht damit vorzeitig in der K.o.-Runde.
Messi zog mit seinem Führungstor (38.) am bisherigen Rekordhalter Miroslav Klose vorbei, dessen Bestwert er durch seinen Dreierpack zum Auftakt gegen Algerien (3:0) egalisiert hatte. Klose gratulierte umgehend. "Lionel Messi ist für mich der beste Fußballer aller Zeiten! Glückwunsch, Champion!", sagte der 48-Jährige der Süddeutschen Zeitung. In der Nachspielzeit legte er nach (90.+5).
Messi hat nun turnierübergreifend in sechs WM-Spielen nacheinander getroffen. Gegen Österreich begann der Kapitän der Albiceleste mit einem Fehlschuss: Er verschoss einen frühen Foulelfmeter (9.).
Rangnick hatte sich vorab optimistisch gezeigt. Aus dem Kräfteverhältnis angesichts der enormen individuellen Klasse des Gegners um den "besten Spieler, den es jemals gegeben hat", machte er aber keinen Hehl. Rangnick vertraute für die erhoffte Überraschung auf sechs Bundesliga-Legionäre in der Startelf. Offensivspieler Marcel Sabitzer (Borussia Dortmund) bestritt sein 100. Länderspiel - und war wie der Rest des Teams zunächst defensiv gefordert.
Nach einem öffnendem Messi-Pass lief Lautaro Martinez in den Strafraum und wurde von Stefan Posch unsanft von den Beinen geholt. Der ägyptische Schiedsrichter Amin Omar entschied nach Videobeweis auf Elfmeter. Messis historisches Tor schien sicher, der achtmalige Weltfußballer lief an - und schoss flach deutlich neben das Tor. Drei seiner sieben WM-Elfmeter (ohne Elfmeterschießen) hat Messi vergeben.
Ein Raunen ging durch das stimmungsvolle Dallas Stadium, Österreich war im Glück. Nach der verschlafenden Startphase wachte die Rangnick-Elf aber auf und hielt dagegen. Ein gewonnener Zweikampf von Paul Wanner gegen Messi erhielt von den ÖFB-Fans, die klar in der Unterzahl waren, Sonderapplaus.
Die individuelle Klasse Argentiniens kam aber immer wieder zum Tragen. Messi kombinierte sich mit Martinez in den Strafraum, die Klärungsaktion von Kapitän David Alaba mündete fast in ein Eigentor (19.). Österreichs einzig nennenswerter Abschluss der ersten Halbzeit durch Sabitzer wurde geblockt (23.). Auf der Gegenseite verhinderte erneut Alaba mit einer Rettungstat für seinen geschlagenen Torhüter Alexander Schlager Messis Treffer (32.). Dieser folgte wenig später nach Vorarbeit von Facundo Medina.
Argentinien behielt auch nach der Pause die Kontrolle und mühte sich um das zweite Tor. Österreich gab sich nicht geschlagen. Ein wuchtiger Sabitzer-Freistoß war jedoch zu zentral platziert (55.). Messi verzog aus aussichtsreicher Position (65.), kurz darauf wollte Rangnick mit einem Dreifach-Wechsel neue Impulse setzen. Der eingewechselte Nicolas González (73.) verpasste nach einer Messi-Ecke die Entscheidung.
A.Clark--AT