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Protest in Frankreich gegen von den USA geplante Vernichtung von Verhütungsmitteln
In Frankreich wächst der Protest gegen die von den USA geplante Vernichtung von Verhütungsmitteln, die für Frauen in afrikanischen Ländern bestimmt waren. Eine entsprechende Petition erreichte innerhalb von zwei Tagen bis Freitag mehr als 10.000 Unterschriften. Eine Beschlagnahmung der Verhütungsmittel sei allerdings nicht möglich, erklärte das französische Gesundheitsministerium. Es habe keine Informationen über eine mögliche Verbrennung der Bestände in Frankreich.
"Die ersten Kartons wurden aus dem Lager geholt, aber wir wissen nicht, ob sie schon in Frankreich angekommen sind", sagte Sarah Durocher von der Organisation Planning familial. Sie appellierte an französische Betriebe, die mit der Verbrennung beauftragt werden könnten, diese zu verweigern.
Grünen-Chefin Marine Tondelier protestierte ebenfalls gegen die geplante Vernichtung. "Frankreich darf sich nicht zur Komplizin machen lassen", sagte sie und warf der US-Regierung eine "rein ideologische" Entscheidung vor.
Das US-Außenministerium hatte mitgeteilt, dass "bestimmte abtreibende Verhütungsmittel" aus den Beständen der aufgelösten Hilfsorganisation USAID zerstört werden sollten. Damit dürften etwa Spiralen gemeint sein, die verhindern können, dass sich eine befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Abtreibungsgegner sehen darin - wie in der Pille danach - eine Form der Frühabtreibung.
Nach einem Bericht der britischen Zeitung "The Guardian" lagerten die Verhütungsmittel im Wert von mehr als acht Millionen Euro zuletzt in Belgien. Dabei handle es sich vor allem um Hormonimplantate und Spiralen, die Ende Juli in einer Anlage in Frankreich verbrannt werden sollten. Die Kosten für die Verbrennungsaktion wurden auf 145.000 Euro geschätzt.
Die belgische Regierung erklärte, dass sie sich um eine Lösung bemühe. Das französische Außenministerium hob hervor, dass der Zugang zu Produkten der sexuellen und reproduktiven Gesundheit zu den Menschenrechten zähle. Dies zähle auch zu den Prioritäten der französischen Außenpolitik.
Der Internationale Dachverband für Familienplanung (IPPF) und eine weitere Organisation hatten nach eigenen Angaben vergeblich versucht, die Verhütungsmittel aufzukaufen, um sie - ohne US-Logo - an Frauen in Entwicklungsländern zu liefern.
US-Präsident Donald Trump hatte kurz nach seinem Amtsantritt im Januar die Schließung der Entwicklungsbehörde USAID angeordnet. Am 1. Juli stellte USAID ihre Arbeit offiziell ein.
W.Moreno--AT