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Großbritannien: Premier Starmer will "reibungslose" Übergabe an Nachfolger
Nach seiner Rücktrittsankündigung am Montag will der britische Premierminister Keir Starmer den Stabwechsel "so reibungslos wie möglich gestalten". Ein Regierungssprecher sagte am Dienstag, es könnte schon in Kürze Gespräche mit dem Team seines Konkurrenten Andy Burnham geben, der Labour-Parteichef und damit auch Premierminister werden will. Falls Burnham keinen Gegenkandidaten hat, könnte er am 17. Juli in die Downing Street einziehen. In der Partei brachten sich allerdings auch zwei weitere Bewerber in Stellung.
Starmer habe grünes Licht für ein so genanntes Informationsgespräch mit möglichen Nachfolgern gegeben, erklärte sein Sprecher weiter. Diese sollten "so bald wie möglich" beginnen. Bei seiner wöchentlichen Kabinettssitzung sagte Starmer, er wünsche sich einen "geordneten" Machtwechsel und wolle, dass sein Nachfolger "Erfolg" hat. Der Übergang solle so "reibungslos wie möglich" verlaufen.
Aussichtsreichster Bewerber für die Nachfolge ist der 56-jährige Burnham, der bislang Bürgermeister von Manchester war und bereits seine Kandidatur angekündigt hat. Er hatte erst vergangene Woche bei einer Nachwahl ein Mandat im Unterhaus gewonnen, das Voraussetzung für das Amt des Premierministers ist. Am Montag wurde Burnham mit Applaus und Jubel von rund 200 Labour-Abgeordneten in London empfangen.
Starmers Sprecher sagte zum möglichen Nachfolger Burnham, dass Gespräche mit dessen Team bereits vor Beginn der Nominierungsfrist für den Labour-Parteitag starten könnten. Der Parteitag findet Ende September statt, die Frist für Nominierungen beginnt am 9. Juli und endet am 16. Juli. Der Parteivorsitzende wird automatisch auch Premierminister. Sollten sich bis zum 16. Juli keine weiteren Anwärter melden, könnte Burnham bereits am 17. Juli in die Downing Street einziehen.
Allerdings liebäugeln offenbar zwei weitere Labour-Politiker mit dem Amt. So erklärte der ehemalige Staatssekretär für Streitkräfte, Al Carns, er wolle zunächst Burnhams "Vision" für das Land hören, bevor er sich entscheide. "Wir werden sehen, wie es von da an weitergeht", fügte er hinzu.
Britischen Medienberichten zufolge wurde zudem das Kabinettsmitglied Darren Jones von mehreren Abgeordneten dazu ermutigt, ebenfalls zu kandidieren. Aus seinem Umfeld erfuhr die Nachrichtenagentur AFP, Jones wolle ebenfalls erst die Pläne Burnhams abwarten. Eine Kandidatur sei jedoch "sehr unwahrscheinlich". Burnham will seine Wirtschaftspläne in der kommenden Woche vorstellen.
Starmer hatte angesichts massiven Drucks auch aus seiner eigenen Partei am Montag seinen Rücktritt angekündigt. Er war 2024 mit einem Erdrutschsieg seiner Sozialdemokraten ins Amt gekommen, hatte aber schnell an Beliebtheit eingebüßt. Bei den Regional- und Kommunalwahlen im Mai hatte die Labour-Partei stark an Popularität verloren.
A.Anderson--AT