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Kampf für das Homeoffice: Französische Ubisoft-Beschäftigte im Streik
Statt drei Tage in der Woche sollen sie nur noch zwei Tage in der Woche von zu Hause arbeiten dürfen: Zahlreiche Angestellte des französischen Videospieleherstellers Ubisoft sind am Dienstag aus Protest gegen eine neue Homeoffice-Regelung in den Streik getreten. Vor dem Studio in Montpellier versammelten sich am Morgen etwa 50 Beschäftigte, auch an anderen Standorten waren Protestaktionen geplant.
Die Gewerkschaften hofften auf eine Beteiligung von etwa 1000 Beschäftigten. "Es sind Leute eingestellt worden mit dem Versprechen, drei Tage von zu Hause arbeiten zu können", sagte der Gewerkschaftsvertreter Clément Montigny. "Das bringt die Organisation ihres Lebens komplett durcheinander", fügte er hinzu.
Die Unternehmensleitung hatte die verschärfte Anwesenheitspflicht im Büro im September damit begründet, dass Kreativität "durch persönlichen Kontakt, informelle Gespräche und Zusammenarbeit an einem Tisch" befördert werde. "Im Homeoffice zu arbeiten ist eine Lebensentscheidung", erklärte hingegen Xavier Langlois, der seit 18 Jahren für Ubisoft arbeitet und aus finanziellen Gründen aus Montpellier weggezogen ist.
Ubisoft erklärte nach einem Treffen mit Gewerkschaftsvertretern in der vergangenen Woche, dass es noch prüfe, wie sich die Vorteile von Homeoffice und Arbeit im Büro besser vereinbaren ließen. Das Unternehmen stellte Ausnahmeregelungen in Aussicht. "Bislang haben wir keine Antwort des Managements. Daher werden wir den Druck weiter erhöhen", sagte dazu der Gewerkschaftsvertreter Pierre-Etienne Marx.
Die Gewerkschaften fordern zudem Gehaltserhöhungen. An einem ersten Streik im Februar hatten sich 700 von insgesamt 4000 Beschäftigten beteiligt. Ubisoft war zuletzt in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil der Verkauf der jüngsten Videospiele weniger erfolgreich war als erwartet, unter ihnen etwa "Skull and Bones" und "Prince of Persia". Die neue Version von Assassin's Creed hatte sich um drei Monate verzögert.
Die Ubisoft-Aktie verlor mehr als 40 Prozent seit Jahresbeginn und erreichte im September den tiefsten Stand seit zehn Jahren. Dies heizte Gerüchte um eine mögliche Übernahme an.
A.Ruiz--AT