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Urheber von antisemitischer Botschaft an Anne-Frank-Haus zu Haftstrafe verurteilt
Nach der Projektion einer antisemitischen Botschaft auf die Außenwand des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam hat ein niederländisches Gericht einen 42-Jährigen zu einer zweimonatigen Gefängnisstrafe verurteilt. Die Botschaft überschreite deutlich "die Grenzen dessen, was in der Gesellschaft als tolerierbar angesehen wird", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Urteil. Mit ihrem Strafmaß blieben die Richter hinter den von der Staatsanwaltschaft geforderten sechs Monaten zurück.
Der polnisch-kanadischstämmige Mann hatte im Februar mit einem Laser auf das heute als Museum genutzte Gebäude den Satz projiziert: "Anne Frank, Erfinderin des Kugelschreibers". Die Nachricht bezieht sich auf eine rechtsextreme Verschwörungserzählung, der zufolge das Tagebuch der Anne Frank eine Fälschung ist. Die Anhänger behaupten, dass einige Seiten mit Kugelschreiber geschrieben worden seien, der jedoch erst Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg in Gebrauch kam.
Der weithin widerlegte Mythos beruht auf der Tatsache, dass ein Forscher in den 60er Jahren zwei mit Kugelschreiber geschriebene Notizen auf den Originalseiten hinterlassen hatte.
Angesichts der enormen symbolischen Bedeutung des Tagebuchs von Anne Frank für die Erinnerung an den Holocaust könne der Vorfall "als eine Form der Holocaust-Leugnung angesehen werden", urteilten die Amsterdamer Richter.
Die Familie von Anne Frank hatte sich zwischen 1942 und 1944 in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht vor den Nazis versteckt. Dort soll auch das weltberühmte Tagebuch entstanden sein. Die Franks wurden jedoch verraten und von der Gestapo festgenommen. Die 15-jährige Anne starb 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus.
Nur Annes Vater Otto Frank überlebte. Er veröffentlichte das Tagebuch seiner Tochter und wandelte das Haus in ein Museum um. Heute hat es jährlich rund eine Million Besucher.
K.Hill--AT