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Chinas Immobilienkrise: Country Garden bestreitet Flucht von Chefs ins Ausland
Der von der Zahlungsunfähigkeit bedrohte chinesische Immobilienkonzern Country Garden hat Medienberichte zurückgewiesen, wonach sein Gründer sowie dessen Tochter und heutige Konzernchefin China verlassen haben sollen. Yang Guoqiang und Yang Huiyan "arbeiten derzeit wie üblich innerhalb des Landes", erklärte Country Garden am Donnerstag. Das "Gerücht" ihrer Flucht sei "böswillig" verbreitet worden, der Konzern behalte sich rechtliche Schritte vor.
Yang Huiyan hatte im März den Verwaltungsratsvorsitz von ihrem Vater übernommen. Sie galt zuvor bereits als reichste Frau Chinas, nachdem die Konzernanteile ihres Vaters 2007 auf sie übertragen worden waren. Country Garden steht dieser Tage jedoch vor allem wegen der Krise im chinesischen Bausektor in den Schlagzeilen und nähert sich immer weiter der Zahlungsunfähigkeit.
Country Garden hatte bis Ende 2022 Schulden in geschätzter Höhe von 1,43 Billionen Yuan (186 Milliarden Euro) angehäuft. Am Mittwoch war eine 30-tägige Gnadenfrist für eine Zinszahlung in Höhe von 15,4 Millionen Dollar ausgelaufen. Das Unternehmen äußerte sich nicht dazu. Mehrere Medien berichteten jedoch unter Verweis auf Gläubiger und anonyme Quellen, dass die Frist ohne Zahlung verstrichen sei.
Country Garden hatte zuvor bereits angedeutet, voraussichtlich nicht alle Zahlungen an ausländische Gläubiger leisten zu können. Der Nachrichtenagentur Bloomberg gegenüber bekräftigte der Konzern dies am Mittwoch.
In den kommenden Wochen werden weitere Zahlungen fällig. Eine Zahlungsunfähigkeit hätte schwer überschaubare, aber wohl ernste Auswirkungen auf die gesamte chinesische Wirtschaft.
Country Garden leidet unter denselben Problemen wie die einstige Nummer eins der chinesischen Baubranche, Evergrande. Die Branche war zwei Jahrzehnte lang rasant gewachsen, sicherte etliche Jobs und das Überleben von tausenden Firmen - verschuldete sich jedoch stark. Chinas Behörden reagierten 2020 mit Beschränkungen bei der Kreditbeschaffung, was zu Zahlungsausfällen und Projektstopps führte.
Die schleichende Schuldenkrise der Bauriesen untergräbt das Vertrauen potenzieller Immobilienkäufer. Die Preise stürzen ab und die Krise der wichtigen Branche droht, andere Sektoren zu infizieren. Am Donnerstag veröffentlichte offizielle Zahlen zeigten, dass die Preise für neue Häuser im September in 54 von 70 untersuchten Städten im Vergleich zum Vormonat sanken. Im Jahresvergleich waren die Preise in 45 der 70 untersuchten Städte niedriger.
K.Hill--AT