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Aufträge im Baugewerbe steigen wegen zusätzlicher Arbeitstage im Mai leicht
Das Baugewerbe hat im Mai mehr Aufträge als im April verzeichnet - das lag aber an zwei Arbeitstagen mehr. Im Vergleich zum Mai des vergangenen Jahres gingen die Aufträge weiter zurück, und zwar preis- und kalenderbereinigt um 5,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie konstatierte: "Der Abwärtssog hat den Bau fest im Griff." Demnach steigen die Insolvenzen in der Branche.
Laut Statistik stieg der Auftragseingang von April bis Mai preisbereinigt um 3,5 Prozent. Das habe den Einbruch am Bau aber nicht aufhalten können, so die Bauindustrie. Im Zeitraum Januar bis Mai gingen die Aufträge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum preisbereinigt um 14,7 Prozent zurück.
Zwar lebten die Unternehmen noch von ihren Auftragsbeständen, aber spätestens im Herbst dürfte sich die Lage weiter verschärfen, warnte der Hauptgeschäftsführer der Bauindustrie, Tim-Oliver Müller. Schon jetzt sei die Branche von einem deutlichen Anstieg der Zahl der Insolvenzen betroffen. In den ersten vier Monaten hätten 437 Unternehmen des Bauhauptgewerbes Insolvenz anmelden müssen, rund 20 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
Betroffen sind demnach überwiegend Unternehmen im Neu- und Rohbau. "Der Wohnungsbau ist nach wie vor im freien Fall", erklärte Müller. In den ersten fünf Monaten seien hier rund 32 Prozent weniger Aufträge vergeben worden.
"Hohe Bauzinsen, anhaltende Inflation und sinkende Förderbudgets verengen den finanziellen Handlungsspielraum potenzieller Bauherren und Investoren", erläuterte der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB). Noch zehrten die Unternehmen von den Auftragsbeständen der Vorjahre. "Ein Drittel der Unternehmen berichtet aber im Wohnungsbau schon jetzt über Auftragsmangel."
ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa nannte die Entwicklung einen "Weckruf an die Politik". "Ein positives Signal an Häuslebauer, Investoren und die Bauwirtschaft ist jetzt so wichtig wie lange nicht mehr", etwa eine höhere Darlehensgewährung und höhere Zinsstütze durch die KfW-Bank, ein reduzierter Mehrwertsteuersatz oder die Möglichkeit, dass die Länder die Grunderwerbssteuer bis auf null reduzieren können. Bund und Ländern stehe eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. "Es muss was geschehen für den Wohnungsbau."
T.Perez--AT