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Mehr als 1600 Beschwerden über Versorger wegen Energiepreisbremsen
Bei den Verbraucherzentralen sind mehr als 1600 Beschwerden über die Umsetzung der Energiepreisbremsen eingegangen. In der Hälfte der Fälle (53 Prozent) meldeten die Kundinnen und Kunden zu hohe Abschlagsforderungen des Versorgers, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) am Donnerstag mitteilte. Er forderte die Unternehmen auf, fehlerhaft berechnete Abschlagspläne kurzfristig zu korrigieren und auf erhöhte Abschlagszahlungen zu verzichten. Der Branchenverband BDEW betonte, angesichts von 40 Millionen betroffenen Haushalten handele es sich um Einzelfälle.
Die Preisbremsen für Gas, Strom und Fernwärme gelten seit März, rückwirkend auch für Januar und Februar. Der Staat deckelt damit den Preis für 80 Prozent des Verbrauchs und zahlt den Versorgern für diesen Anteil die Differenz zum Marktpreis.
"Die Energiepreisbremsen sollen die Menschen unbürokratisch entlasten. Vielfach ist jedoch das Gegenteil eingetreten", kritisierte vzbv-Chefin Ramona Pop. Verbraucher berichteten von überhöhten Abschlagsforderungen, seien schlecht informiert worden und landeten bei Rückfragen in Hotline-Warteschleifen.
In einem Viertel der Fälle, die dem vzbv gemeldet wurden, ging es demnach um falsch berechnete Jahresverbrauchsprognosen. Kundinnen und Kunden war es nach eigener Aussage teils nicht möglich, diese Prognose anpassen zu lassen. Auch beim Wechsel des Anbieters zum 1. März gab es Probleme: Diese Kunden erhielten laut vzbv keine rückwirkenden Entlastungsbeiträge für Januar und Februar.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, die Versorger hätten "mit erheblichem Aufwand in extrem kurzer Zeit eine staatlich gesetzte Preisbremse für rund 40 Millionen Haushalte umgesetzt". Es sei klar, dass es bei einer solchen Mammut-Aufgabe in Einzelfällen zu Problemen kommen könne.
Die Regelungen der Preisbremsen hätten die Kundenanfragen in den Kundenzentren der Versorger drastisch ansteigen lassen und deren Beratungskapazitäten trotz Aufstockung und dem Einsatz von Dienstleistern "an ihre Grenzen gebracht", so der Verband. Alle Unternehmen, vom kleinen Stadtwerk vor Ort bis hin zum überregionalen Energieversorger, gingen mit der Preisbremsen-Umsetzung personell an die Grenze des Machbaren.
Bei den Preisbremsen gab es von vornherein Befürchtungen, dass Unternehmen dies ausnutzen und Preise über dem Marktpreis verlangen könnten. Das Kartellamt baute eine neue Abteilung zur Prüfung von Verdachtsfällen auf. Es hat bereits Verfahren gegen dutzende Unternehmen eingeleitet. Vzbv-Chefin Pop forderte die Bundesregierung auf, das Gesetz nachzubessern und eindeutiger formulieren.
M.White--AT