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Industrieproduktion im Mai leicht gesunken
Eine Frühjahrsbelebung in der deutschen Wirtschaft ist ausgefallen: Im Mai ging die Produktion im produzierenden Gewerbe um 0,2 Prozent im Monatsvergleich zurück, im Dreimonatszeitraum März bis Mai stieg sie lediglich um 0,2 Prozent im Vergleich zu den drei Monaten davor, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Freitag mitteilte. Das Bundeswirtschaftsministerium sieht eine "Stabilisierung" und erwartet eine "moderate" Erholung in den kommenden Monaten.
"Die Produktionszahlen aus dem Mai unterstreichen die schwierige Situation der deutschen Industrie", erklärte der wissenschaftliche Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung, Sebastian Dullien. Seit Anfang 2022 trete die Industrie auf der Stelle und produziere spürbar ein Stück unter dem Niveau von vor der Covid-Krise. "Eine durchgreifende Erholung ist hier noch nicht in Sicht."
Stark zurück ging im Mai die Energieproduktion - das Minus lag bei 7,0 Prozent im Vergleich zum April, wie die Statistiker ausführten. Das habe sich "deutlich negativ" auf das Gesamtergebnis ausgewirkt. In der energieintensiven Pharmaindustrie betrug der Rückgang 13,1 Prozent.
"Die Produktion bei den energieintensiven Industrien nimmt sogar kontinuierlich ab und war nur im vergangenen Dezember noch geringer", erklärte Konjunkturexperte Jupp Zenzen von der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Im Mai betrug der Rückgang hier im Vormonatsvergleich 1,4 Prozent - im Vorjahresvergleich waren es 12,4 Prozent.
Die Hersteller von Investitionsgütern hingegen konnten ihre Produktion leicht ausweiten, "da sie noch über vergleichsweise große Auftragspuffer verfügen", wie Zenzen erläuterte. Der Zuwachs lag im Mai laut Statistik bei 1,3 Prozent.
"Aber auch hier wird die Luft angesichts der anhaltenden Nachfrageschwäche im Inland sowie im Ausland langsam dünner", warnte Zenzen. Dullien erwartet, dass die Industrie in der zweiten Jahreshälfte "das Sorgenkind bleibt". Er rechnet im Gesamtjahr 2023 mit einem um 0,5 Prozent schrumpfenden Bruttoinlandsprodukt.
W.Stewart--AT