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Nagel: Haben bei Kampf gegen Inflation "noch eine Wegstrecke zurückzulegen"
Im Kampf gegen die Inflation hat die Europäische Zentralbank (EZB) nach Ansicht von Bundesbankpräsident Joachim Nagel "noch eine Wegstrecke zurückzulegen" und muss die Leitzinsen weiter erhöhen. Denn die jüngste Prognose der EZB zeige, dass eine zeitnahe Rückkehr zum Zwei-Prozent-Ziel der Notenbank "alles andere als ausgemacht ist", sagte Nagel am Montag bei einem Bankenkongress in Frankfurt am Main laut Redetext.
Für den Euroraum erwarten die Fachleute demnach in diesem Jahr eine durchschnittliche Inflationsrate von 5,4 Prozent. "Für 2024 sind es dann 3,0 Prozent, und selbst 2025 wird unsere Mission noch nicht ganz erfüllt sein." Denn mit 2,2 Prozent läge die EZB weiterhin über der Zielinflationsrate von 2,0 Prozent.
"So manchem" werde bei der Aussicht auf weitere Zinsschritte mulmig, sagte Nagel weiter. "Die Zweifel an der Notwendigkeit von weiteren Zinsschritten werden wachsen; kritische Stimmen werden lauter, kritische Fragen gestellt", erwartet er. "Sind die realwirtschaftlichen Kosten einer strikten Anti-Inflationspolitik nicht viel zu hoch? Ist der Fokus auf Preisstabilität überhaupt sinnvoll?" Einzelne fragten sogar, ob es wirklich 2,0 Prozent sein müssen, ob 3,0 Prozent oder 2,5 Prozent Inflation "nicht auch hinnehmbar wären oder gar vorteilhaft".
Nagel betonte, nur ein kleiner Teil der Bevölkerung würde bei Inflationsraten von drei Prozent und mehr noch von Preisstabilität sprechen. "Ein Aufweichen oder Relativieren unserer Zielrate würde dazu beitragen, dass die mittelfristigen Inflationserwartungen steigen", sagte er weiter. Das wäre zudem mit dem Risiko verbunden, dass sich die Inflation verfestige.
H.Gonzales--AT