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FC-Vorstand: "Keine Entschuldigung" für Gewalttaten von Nizza
Der Vorstand des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln hat mit eindringlichen Worten die Gewaltexzesse von Nizza am vergangenen Donnerstag im Conference-League-Gruppenspiel an der Cote d'Azur in einem Schreiben an die Mitglieder auf das Schärfste verurteilt. "Was wir auf den Tribünen gesehen haben, waren keine Selbstverteidigungsmaßnahmen, sondern Aktionen – teilweise mit entfesselter Gewalt. Dafür gibt es überhaupt keine Entschuldigung", schrieben laut Express Präsident Werner Wolf (66) und seine Vize-Präsidenten Eckhard Sauren (50) und Carsten Wettich (42).
Der Klub habe einen "schweren Schaden" erlitten. "Gewalttäter in den Farben unseres Vereins haben in Nizza den Fokus auf sich gezogen und einen Tag voller Hoffnungen, Vorfreude und Zusammenhalt mit ihren Aktionen zerstört. Sie haben mit ihren Übergriffen Menschen verletzt, Menschen eingeschüchtert und bei vielen, die diesen Tag mit Freunden und Familie verbringen wollten, Ängste ausgelöst", hieß es weiter.
Eine Strafe der Disziplinarkammer der Europäischen Fußball-Union aufgrund der Vorkommnisse von Nizza steht noch aus. Erst am Montag war eine Geldbuße von insgesamt 56.000 Euro für die Rheinländer aufgrund des Fehlverhaltens der Fans beim Conference-League-Play-off-Rückspiel beim FC Fehervar/Ungarn (3:0) verhängt worden. Für die "Schande von Nizza" muss der FC mit drastischeren Strafen der UEFA rechnen.
Am Sonntag hatten die FC-Ultras der "Wilden Horde" gegen Union Berlin (0:1) ein Banner präsentiert ("Solange es die Horde gibt, gehören die Supras dazu") und Solidarität mit der bereits seit 2010 verbotenen Pariser Gruppe "Supras Auteuil" angedeutet. Diese sollen maßgeblich an den Krawallen von Nizza beteiligt gewesen sein. Der FC-Vorstand drückte sein Unverständnis deutlich aus. Außerdem wurden strafrechtliche Konsequenzen und Stadionverbote für Gewalttäter angekündigt.
"Unsere Aktivitäten dazu sind noch in der Nacht von Nizza angelaufen. In den kommenden Tagen wollen wir uns gemeinsam mit unserem Geschäftsführer Christian Keller mit dem Kölner Polizeipräsidenten Falk Schnabel zusammensetzen, um das weitere Vorgehen abzustimmen", hieß es in dem Brief.
Die angekündigten Konsequenzen würden neben "der Identifikation und Bestrafung der Täter grundlegend dazu beitragen, dass so etwas auf unseren Tribünen nicht mehr passieren kann. Konsequenzen, die sicherstellen, dass niemand Angst haben muss, ins Stadion zu gehen – nicht in Köln und auch nicht bei Auswärtsfahrten".
Die Klub-Chefs sprachen allerdings auch die Probleme beim Umgang mit den gewalttätigen Anhängern an: "Viel wichtiger ist es, eine Debatte darüber zu führen, wie wir mit den Gewalttätern umgehen, die wir nicht identifizieren können. Sie werden auch künftig unter uns in der Kurve stehen und weiterhin die Werte des FC mit Füßen treten, zu denen neben Fairness auch der Gewaltverzicht zählt. Sie lassen keinen Dialog zu. Sie lassen sich nicht identifizieren, sie schützen sich in der Masse. Diesen Schutz finden sie durch eine Mischung aus Tolerierung, Gleichgültigkeit, aber auch Angst der FC-Fans um sie herum."
Der Vorstand appellierte an die FC-Fangemeinde, einen öffentlichen Druck aufzubauen und hofft auf das Mitwirken aller Vereinsmitglieder und der Fanszene. Aber auch die Unterstützung der Politik und der Polizei seien vonnöten: "Alle anderen Antworten sind zu einfach, nicht ehrlich und führen nicht zum Ziel."
P.Smith--AT