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Iranische Nobelpreisträgerin Mohammadi aus Gefängnis ins Krankenhaus eingeliefert
Die inhaftierte iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Unterstützer "nach einer katastrophalen Verschlechterung ihres Gesundheitszustands" ins Krankenhaus eingeliefert worden. Die 54-jährige Aktivistin sei am Freitag eilig in ein Krankenhaus in Sandschan gebracht worden, teilte Mohammadis Stiftung mit. Dem seien unter anderem "zwei Episoden eines vollständigen Verlusts ihres Bewusstseins und ernste Herzprobleme" vorausgegangen.
Mohammadis Familie beschrieb die Krankenhauseinlieferung laut der Stiftung als "Aktion in letzter Minute", die sich als zu spät erweisen könnte.
Mohammadis Anwalt Mostafa Nili erklärte im Onlinedienst X, nach einem plötzlichen Absacken ihres Blutdrucks habe seine Mandantin ihre Verlegung ins Krankenhaus zunächst abgelehnt wegen vorheriger Warnungen von medizinischen Fachkräften, die Klinik in Sandschan sei für die Behandlung ihrer Leiden nicht geeignet. Nach einem zweiten Zusammenbruch und einer weiteren Verschlechterung ihres Gesundheitszustands sei sie jedoch dort eingeliefert worden.
"Laut dem Neurologen ist die Behandlung ihrer neurologischen Probleme trotz ihrer ernsten Herzprobleme derzeit Behandlungspriorität", führte der Anwalt aus.
Mohammadi war in den vergangenen 25 Jahren wegen ihres Einsatzes gegen den Kopftuchzwang und die Todesstrafe im Iran wiederholt vor Gericht gestellt und inhaftiert worden. Sie hat einen Großteil der vergangenen zehn Jahre im Gefängnis verbracht. 2023 wurde Mohammadi für ihren Einsatz für die Menschenrechte mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Den Preis nahmen damals stellvertretend für sie ihre beiden Kinder in Oslo entgegen.
Im Dezember 2024 war Mohammadi aus gesundheitlichen Gründen aus ihrer Haft im berüchtigten Teheraner Evin-Gefängnis entlassen worden - dies sei aber nur vorübergehend, wurde damals betont. Im Dezember wurde sie in der ostiranischen Stadt Maschhad erneut festgenommen, weil sie bei einer Beerdigung Irans geistliche Führer kritisiert hatte. Nach einem Herzinfarkt Mohammadis im März hatten ihre Familie und ihre Anwälte bereits Mitte April gewarnt, dass sie in Lebensgefahr schwebe.
W.Stewart--AT