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"Wir haben einen Lauf": Union grüßt von der Spitze
Die Fans von Union Berlin skandierten voller Inbrunst "Spitzenreiter, Spitzenreiter" - zwei Stunden später hatten sie endgültig Gewissheit. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer grüßt nach dem verdienten 1:0 (1:0) beim 1. FC Köln nach dem sechsten Spieltag der Fußball-Bundesliga noch vor Bayern München und Borussia Dortmund von Rang eins. "Wir haben einen Lauf. Wir machen es gut. Deswegen stehen wir da, wo wir stehen", sagte Kapitän Christopher Trimmel bei DAZN.
Die Köpenicker sind saisonübergreifend seit 13 Ligaspielen ungeschlagen, da zollte auch der Gegner Respekt. "Es ist immer schwer gegen Union. Sie verteidigen sehr gut. Es ist die Mannschaft, die die wenigsten Chancen zulässt", sagte FC-Profi Florian Kainz.
Kölns Innenverteidiger Timo Hübers war bei der ersten Saisonniederlage des FC bereits in der dritten Minute ein Eigentor unterlaufen, kurz darauf scheiterte Jordan Siebatcheu (10.) bei einem allerdings sehr fragwürdigen Handelfmeter an FC-Torhüter Marvin Schwäbe. Dennoch betrieb Union Wiedergutmachung für die ärgerliche Niederlage in der Europa League gegen den belgischen Vizemeister Royale Union Saint-Gilloise (0:1).
Am Ende brachten die Gäste das Ergebnis in Überzahl (Gelb-Rot gegen Luca Kilian, 81.) souverän über die Zeit. "Wir haben es gut runtergespielt, ohne dass Köln gefährlich wurde", stellte Fischer zufrieden fest. Zudem freute sich Union über die Rückkehr von Timo Baumgartl, der erstmals nach überstandener Hodenkrebs-Erkrankung im Kader stand.
Und Köln? Trainer Steffen Baumgart haderte mit dem Schiedsrichter. Er wolle "die Leistung der Schiedsrichter nicht mehr akzeptieren, weil mir das einfach auf die Eier geht", schimpfte Baumgart. Er störte sich insbesondere am sehr zweifelhaften Elfmeterpfiff, als Kilian aus kurzer Distanz und von hinten den Ball an den Arm bekam. "Der Junge ist mit dem Rücken zum Ball, kriegt den Ball auf den Oberarm. Das ist Verarsche, das ist lächerlich. Das ist nicht die Regel", sagte der Kölner Trainer. Der Sieg von Union sei aber verdient gewesen: "Wir waren in allen Belangen unterlegen."
Berlin begann furios, zwang den FC zu Fehlern und ging gleich mit dem ersten Angriff in Führung. Union hätte weitere Treffer erzielen können, die Gastgeber kamen dagegen kaum strukturiert in die gegnerischer Hälfte. Der FC brachte im ersten Durchgang keinen geordneten Angriff zustande und den kurzfristig ins Berliner Tor gerückten Lennart Grill nicht in Gefahr.
Das änderte sich schlagartig zu Beginn des zweiten Durchgangs. Linton Maina tauchte nach einem gewonnenen Laufduell frei vor Grill auf, der Vertreter von Frederik Rönnow hielt stark (47.). Köln konnte sich aber nicht in der Offensive festsetzen und hatte vielmehr Glück, als ein Heber von Trimmel (57.) die Latte des FC-Tores touchierte.
Köln mühte sich, fand aber keine Lösungen. Nach den kräftezehrenden Spielen auf internationaler Bühne unter der Woche fehlte es beiden Teams an Frische und Tempo.
A.Moore--AT