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Wiederwahl? Wales und Co. entziehen Infantino Unterstützung
Im wachsenden Widerstand gegen Gianni Infantino haben Wales und England als erste nationale Verbände ihre Unterstützung für eine Wiederwahl des Schweizers zurückgezogen - und damit wohl eine größere Welle der öffentlichen Distanzierung vom FIFA-Präsidenten losgetreten. Am Nachmittag schloss sich der serbische Verband in einem Statement an. Weitere Verbände könnten folgen.
Der walisische Fußballverband FAW bestätigte am Montag englischen Medien, die FIFA über den Schritt informiert zu haben und Infantinos Kandidatur für die Amtszeit von 2027 bis 2031 nicht länger zu unterstützen. Wenig später zog auch der englische Verband nach, laut Times werde die FA Infantino ein entsprechendes Schreiben zukommen lassen.
"Das Wohl des Fußballs nicht an erste Stelle zu setzen, ist ein Versagen, das wir nicht akzeptieren können", wurde der walisische Verband in dem Bericht zitiert. "Die jüngsten Defizite in den Bereichen verantwortungsvoller Verbandsführung, Entscheidungsprozesse, Führung, Werte, Stakeholder-Management, Kommunikation und Urteilsvermögen haben dazu geführt, dass Herr Infantino das Vertrauen des FAW verloren hat, weiterhin an der Spitze des Weltfußballs zu stehen."
Am Nachmittag zog der serbische Verband nach. Man habe Infantino am 25. Mai dieses Jahres zwar schriftlich seine Unterstützung zugesichert, hieß es in einem Schreiben, ziehe diese aber nun zurück: "Nach eingehender Prüfung der Entwicklungen, die in der vergangenen Zeit den Ruf und die Glaubwürdigkeit der FIFA und ihres Präsidenten ernsthaft untergraben haben, ist dies jedoch der einzig logische und rationale Schritt." Die "Zukunft des Weltfußballs" müsse auf "Transparenz, Dialog, gegenseitigem Respekt und partnerschaftlichen Beziehungen zwischen allen Konföderationen und Nationalverbänden beruhen".
Der Schritt folgte auf die heftige Kritik an den inzwischen aufgegebenen FIFA-Plänen, Anteile an den kommerziellen Rechten der Fußball-Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand aus dem Weltfußball hatte Infantino sein Vorhaben am Wochenende wieder verworfen. Die Europäische Fußball-Union (UEFA), bei der Wales, England und Serbien Mitglieder sind, hatte mit einem Boykott gedroht und war den Schweizer auch danach scharf angegangen.
Laut eines Berichts von Sky Sports wächst insbesondere in Europa der Druck auf den seit 2016 amtierenden FIFA-Chef. Weitere Verbände könnten folgen. Am 18. März 2027 auf dem 77. FIFA-Kongress in Rabat (Marokko) will sich Infantino den Statuten gemäß ein letztes Mal für vier Jahre zum Präsidenten wählen lassen.
F.Ramirez--AT