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Tänzchen und Tore: Brasilien schlägt Haiti klar
Brasilien trifft, tanzt und siegt: Der Rekordweltmeister hat seine Pflichtaufgabe gegen Außenseiter Haiti souverän gelöst und dabei seine Klasse aufblitzen lassen. In Philadelphia nahm die Selecao um das Topduo Matheus Cunha und Vinícius Júnior durch das 3:0 (3:0) Kurs auf die K.o.-Runde. Haiti besitzt dagegen als erstes Team der Fußball-WM keine Chance mehr aufs Weiterkommen.
Cunha, einst in Deutschland für RB Leipzig und Hertha BSC aktiv, nutzte seine Startelf-Chance und traf doppelt jeweils auf Vorarbeit von Vinícius (23./36.). Der Assistgeber vollendete dazu einen schnellen Angriff eiskalt (45.+3) und führte das Team von Trainer Carlo Ancelotti zum ersten Sieg sowie an die Spitze der Gruppe C. Einziger Wermutstropfen: Hinter Flügelflitzer Raphinha steht ein Fragezeichen, nachdem er das Feld kurz vor der Halbzeit angeschlagen verlassen musste.
Der Auftakt gegen Marokko (1:1) hatte aufgeregte Diskussionen im fußballverrückten Brasilien ausgelöst. Im Fokus: Ancelottis Startelf. Der Routinier betonte, dass er genug Erfahrung habe, um mit dem Druck umzugehen. Dennoch nahm er einmal mehr zwei Wechsel vor - und bewies mit der Hereinnahme von Cunha für Igor Thiago ein goldenes Händchen.
Der Angreifer zahlte das Vertrauen zurück. Nach einem engagierten, aber ideenlosen Start der Selecao war Cunha zur Stelle, als Haitis Torhüter Johny Placide einen Abschluss von Vinícius abprallen ließ. Cunhas erst drittes Länderspieltor (25 Spiele) fiel dann nach einem schnellen Angriff über den einmal mehr kaum aufzuhaltenden Vinícius - wie nach dem ersten Treffer folgte ein Tänzchen vor den Fans. Nach 63 Minuten verließ Cunha unter dem Jubel der Anhänger den Platz.
Ronaldo, Ronaldinho und Kaká, die Brasilien 2002 zum bis dato letzten WM-Titel geführt hatten, lächelten auf der Tribüne, sie durften zufrieden sein. Der Gegner aus dem krisengeplagten Karibikstaat, bei dem Josué Duverger vom Oberligisten FC Cosmos Koblenz als Ersatzkeeper auf der Bank saß, verpasste dagegen erneut sein erstes WM-Tor seit 52 Jahren. Ricardo Adé ließ die beste Chance per Kopf (63.) liegen.
In Brasilien hoffen sie derweil, dass Neymar im letzten Gruppenspiel gegen Schottland am Mittwoch (Ortszeit) endlich auflaufen kann. Der Superstar, dessen Rückkehr weiter offen ist, fehlte gegen Haiti erneut. Er arbeitete nach seiner Verletzung an der Wade im Camp in New Jersey für sein Comeback.
S.Jackson--AT