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"Grazie a tutti": Hamilton siegt im Ferrari - Antonelli raus
Lewis Hamilton raste über die Ziellinie, fasste sich mit beiden Händen an den Helm und schüttelte den Kopf - dank einer herausragenden Vorstellung hat der Rekordweltmeister den Grand Prix von Katalonien gewonnen und damit endlich den ersehnten ersten Sieg im Ferrari gefeiert. "Grazie a tutti", rief er in den Funk und wandte sich an sein Team: "Danke, dass ihr mir geholfen habt, diesen Traum zu erreichen!"
Für den 41-Jährigen ist es der erste Sieg seit Juli 2024, damals noch im Silberpfeil. Am Sonntag fuhr er Mercedes-Pilot George Russell und Weltmeister Lando Norris (McLaren) davon - und darf in dieser Form sogar von seinem historischen achten WM-Titel träumen, zumal Gesamtspitzenreiter Kimi Antonelli leer ausging.
Denn in der Schlussphase rollte Antonelli, auf Rang zwei liegend, mit technischem Problem aus. Noch 41 Punkte liegt Hamilton nun hinter dem Teenager, der zuvor fünfmal in Folge gewonnen hatte - erst 7 von 22 Rennwochenenden sind absolviert, und Hamiltons Sieg kam nicht völlig aus dem Nichts. In den vergangenen Wochen war es stetig bergauf gegangen, am Sonntag sorgte er nun auch dank starker Ferrari-Strategie tatsächlich für den ersten Grand Prix des Jahres, der nicht von einem Mercedes gewonnen wurde.
Großen Frust gab es einmal mehr bei Audi und Nico Hülkenberg. Von Startplatz neun fuhr der Deutsche ein gutes Rennen, lag auf Kurs für die ersten Punkte mit dem neuen Werksteam. Zur Rennhalbzeit rollte Hülkenberg dann aber mit einem technischen Problem an die Box und musste aufgeben.
Als die Ampeln am Nachmittag ausgegangen waren, war Pole-Setter Russell ruhig geblieben, er legte einen starken Start hin und bot damit keine Angriffsfläche. Die Anfahrt zur ersten Kurve in Barcelona ist mehr als 700 Meter weit und bietet damit viel Zeit für Windschatten - Hamilton und Antonelli kamen aber nicht nah genug, die Reihenfolge an der Spitze blieb unverändert. Interessant war nun der Blick auf die Reifen.
Der Asphalt hatte sich bei strahlender Sonne auf 50 Grad erhitzt, das forderte die Pirellis extrem. Hamilton kam als erster der Top 3 nach 12 Runden an die Box, holte sich harte Reifen und konnte anschließend gleich das Tempo erhöhen.
Um einen Nachteil zu verhindern, reagierte Mercedes sofort und holte Russell eine Runde später rein - ganz knapp vor Hamilton kam er zurück auf die Strecke. Wenig später folgte Antonelli. Das Trio bewegte sich nun eine Weile in ähnlichem Tempo, kurz vor der Rennhalbzeit brachen allerdings Hamiltons Rundenzeiten ein, schnell holte Ferrari ihn für die Mediumreifen rein.
Damit verabschiedete sich der Engländer vorerst aus dem Dreikampf, anders als Ferrari setzte Mercedes auf zwei Stopps und fuhr weiter. Russell und Antonelli begannen an der Spitze nun einen Zweikampf, der Zeit kostete, Hamilton war auf den neuen Reifen ohnehin schneller und holte bis zu zwei Sekunden pro Runde auf.
Nach den beiden Boxenstopps der Silberpfeile führte er dadurch - und profitierte nun vom Ausfall Fernando Alonsos, der mit seinem Aston Martin ins Kiesbett rutschte. Das Virtuelle Safety Car wurde aktiviert, alle Autos mussten langsamer fahren, und Hamilton konnte seinen dritten Stopp mit wenig Zeitverlust absolvieren.
Unter dem Jubel der Fans kam er als Führender auf die Strecke, hatte nun die frischeren Reifen, noch 24 Runden waren zu absolvieren. "Gute Arbeit, Leute", funkte er an die Box. In der Folge war Hamilton der schnellste Mann im Feld und baute seinen Vorsprung aus - Mercedes konnte nicht mehr mithalten. Antonelli überholte Russell noch für Rang zwei, dann streikte sein Silberpfeil.
A.Williams--AT