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WM: Menschenrechtler befürchten "Klima der Angst"
Kurz vor dem Start der Fußball-WM haben Menschenrechtsorganisationen vor einem "Klima der Angst" gewarnt - und weiter Druck auf die FIFA ausgeübt. Der Weltverband verspreche "das größte und inklusivste Turnier" der Geschichte, sagte Andrea Florence von der Sport and Rights Alliance in einer Medienrunde: Weniger als eine Woche vor dem Auftaktspiel der WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli) sehe die Realität vor Ort aber "völlig anders" aus.
Die FIFA trage erstmals eine WM unter einem Menschenrechtsrahmen aus, dennoch fehlten Schutzmaßnahmen. Die menschenrechtsfeindliche Rhetorik von US-Präsident Donald Trump, die Razzien der Einwanderungsbehörde ICE oder Einreiseverbote hätten "einen dunklen Schatten auf das größte Sportereignis der Welt geworfen", sagte Florence, die in einem Brief an FIFA-Präsident Gianni Infantino mehrere Forderungen mit Blick auf ICE, Einreisefragen oder zur Pressefreiheit gestellt hat. Darauf habe der Weltverband aber nur mit einer Erklärung zum Kinderschutz geantwortet.
Vor allem die drohenden ICE-Razzien im WM-Umfeld treiben die Menschenrechtler um. Minky Worden von Human Rights Watch fordert eine Aussetzung der Einsätze. "Niemand kann die WM genießen, wenn die Gefahr besteht, am Stadioneingang von einer maskierten, nicht rechenschaftspflichtigen, missbräuchlichen Miliz nach seinem Pass gefragt zu werden", sagte Worden: "Die Gefahren gehen über die Stadien hinaus, sie bestehen in den Gemeinden, in den Fanzonen."
ICE-Direktor Todd Lyons hatte im Februar erklärt, dass seine Behörde während der WM eine Schlüsselrolle für die Sicherheit spielen werde. In der Öffentlichkeit wachsen seitdem Bedenken, dass ICE auch rund um die WM-Spiele aktiv werden könnte. Bei Einsätzen von ICE-Agenten wurden zu Beginn des Jahres in Minneapolis zwei Menschen erschossen.
T.Perez--AT