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Glanzleistung gegen Cerúndolo: Zverev im Viertelfinale
Alexander Zverev spielte einen letzten traumhaften Lob, dann lächelte er zufrieden ins Publikum: Dem Weltranglistendritten fehlen auf der Jagd nach seinem ersten Grand-Slam-Titel nur noch drei Siege bis zum großen Ziel. Dank einer hochkonzentrierten Leistung erreichte Zverev das Viertelfinale der Australian Open. Er schlug den Argentinier Francisco Cerúndolo mit 6:2, 6:4, 6:4.
In der John Cain Arena verwandelte Zverev nach 2:12 Stunden seinen Matchball und holte sich auf seinem Lieblingscourt auf der Anlage den Applaus ab. Der Hamburger zog damit zum fünften Mal in die Runde der besten acht in Melbourne ein - Boris Becker gelang das in seiner Karriere nur viermal.
Am Dienstag aber droht Zverev nun die erste ganz große Herausforderung im Turnierverlauf: Ein mögliches Duell mit seinem Angstgegner Daniil Medwedew. Der einstige US-Open-Sieger, dessen Achtelfinale gegen Learner Tien (USA) am Sonntag parallel angesetzt war, weist gegen Zverev eine Bilanz von 14:8 in den direkten Duellen auf.
Die Temperaturen waren am Tag nach den Hitze-Kapriolen in Melbourne wieder auf einen angenehmen Wert gesunken. Zverev nahm sich beim Aufwärmen vor der Partie sogar Zeit für Autogramme und ein Pläuschchen mit Casper Ruud. Gegen 17 Uhr Ortszeit wurde er dann per Golfcart in die Arena chauffiert, um in sein viertes Match im laufenden Turnier zu starten.
Auf dem Court wartete auf Zverev ein erfahrener Top-20-Spieler mit starken Grundschlägen. "Wir sind unter den letzten 16. Da gibt's keine einfachen Matches mehr", hatte Zverev vor der Partie gegen den "super Spieler" Cerúndolo gewarnt. Doch der entpuppte sich in der Anfangsphase eher als schlagbarer Gegner.
Während Zverevs Service-Spiel zu Beginn über jeden Zweifel erhaben war, erinnerten Cerúndolos zweite Aufschläge immer wieder stark an Einwürfe: Mehrfach erreichten sie nicht einmal 150 km/h. Der Deutsche bedankte sich mit zwei Breaks und brauchte nur eine halbe Stunde für den Satzgewinn.
Mehrere Dutzend lautstarke argentinische Fans sorgten in den Pausen für einen Hauch von Fußballatmosphäre. "Tenemos que ganar" - "wir müssen gewinnen", schallte es von der Tribüne; doch Zverev hatte andere Pläne. Sein einstiger Schwachpunkt, die Vorhand, lief erneut sehr gut. Der 28-Jährige spielte zwischenzeitlich mehr Winner mit der Vor- als mit der Rückhand und gewann auch den zweiten Durchgang - diesmal nach exakt einer Stunde.
"Er macht das hervorragend", lobte Becker am Eurosport-Mikrofon. Und Zverev ließ sich von seinem guten Weg nicht mehr abbringen, obwohl sich Cerúndolo im dritten Satz stabilisierte. Er verfügt nun über eine ausgeglichene Bilanz von 3:3 gegen den Sandplatz-Experten aus Argentinien.
D.Johnson--AT